Die Beseitigung eines Missverständnisses

 

Khatam un-Nabiyyin

 

Die Ahmadis glauben sehr wohl daran, daß der Heilige Prophet Muhammad >Khatam un-Nabiyyin< ist.

Es wird behauptet, die Ahmadis glaubten nicht daran, daß der Heilige Prophet Muhammad (Allahs Friede und Segnungen seien auf ihm) >Khatam un-Nabiyyin< (>das Siegel der Propheten<) sei.

Diese Behauptung beruht auf einem groben Missverständnis der Ahmadiyya-Ansichten, und ich möchte für die Beseitigung dieses Missverständnisses folgendes darlegen:

Vorauszuschicken ist, daß die Ahmadis daran glauben, daß der Heilige Prophet Muhammad (Allahs Friede und Segnungen seien auf ihm) >Khatam un-Nabiyyin< d. h. das >Siegel der Propheten< ist, genau wie es im Heiligen Qur-ân beschrieben wird (33:41).

Es ist eine furchtbare Lüge und Erfindung gegen die Ahmadis, zu behaupten, daß sie an die Doktrin des >Khatam un-Nabiyyin< nicht glaubten. Der Unterschied liegt nur in der Interpretation dieses Titels, nicht am Titel selbst.

Der Verheißene Messias, der heilige Gründer der Ahmadiyya Gemeinschaft des Islams (Allahs Friede und Segnungen seien auf ihm) sagt:

»Ich schwöre bei der Herrlichkeit und Majestät Gottes, daß ich ein Gläubiger bin, ein Muslim, der an Allah den Höchsten, an Seine Bücher, Seine Propheten und Engel und an ein Leben nach dem Tode glaubt. Und ich glaube, daß unser Prophet Muhammad der Auserwählte Gottes (Allahs Friede und Segnungen seien auf ihm) ist, der Größte unter allen Propheten und das Siegel der Propheten.«(>Hamamat al-Bushra<, S. 6)            

Ferner sagt er:

»Der Vorwurf, der mir und meiner Gemeinde angelastet wird, nämlich, daß wir den Heiligen Propheten (Allahs Friede und Segnungen seien auf ihm) nicht als Siegel der Propheten betrachten, ist die größte Unwahrheit. Der Glaube, die Überzeugung, die Gewißheit und die Entschiedenheit, die unseren Glauben an den Heiligen Propheten als Siegel der Propheten charakterisieren, fehlt merklich im Glauben jener Leute, die gegen uns diesen Vorwurf erheben.«(Zitiert aus der Zeitung >Al-Hakam<, 19. März 1905)

 

Viele Muslime glauben, daß der Heilige Prophet Mohammad (Allahs Friede und Segnungen seien auf ihm) der letzte Prophet ist und daß kein anderer Prophet nach ihm kommen wird.

Zunächst möchte ich die Argumente erläutern und überprüfen, die die Verfechter dieser Anschauung zur Unterstützung ihrer These anführen. Danach wird dargelegt, daß diese Auffassung nur in einem gewissen Sinn Gültigkeit haben kann.

Der Heilige Qur-ân sagt:

»Muhammad ist nicht der Vater eines eurer Männer, sondern der Gesandte Allahs und Khataman Nabiyyin (Das Siegel der Propheten).«(33 :41)

Die eigentliche Bedeutung des Wortes >Khatam> ist >Siegel<. Der Ausdruck >Khatam un-Nabiyyin< muß im Lichte dieser lexikalischen Bedeutung interpretiert werden. Der Gelehrte Ibn Khaldun sagte: »Es ist nicht richtig, den Ausdruck >Khatam< im Sinn von >letzter< oder >Ende< zu verstehen.«1) Er vertritt ferner die Auffassung, daß der Ausdruck >Khatam< als die höchste Stute resp. Vervollkommnung einer Sache zu verstehen ist. Dann fügt er noch an, daß die zutreffende Bedeutung mit Authentizität, Perfektion und Gültigkeit wiederzugeben sei.

Wenn ein Brief mit dem Siegel versehen ist, wird er damit authentisch und vollständig. Das Siegel kann am Ende oder an den Anfang gesetzt werden. Nach seiner Meinung bedeutet deshalb der Terminus >Khatam ul-Nabiyyin< der >wahrhaftigste< und >perfekteste< aller Propheten und nicht der letzte in zeitlicher Reihenfolge. Der Ausdruck bezieht sich auf seinen Rang und Status unter den Propheten und nicht etwa       auf die Zeit seiner Ankunft.

Der Ausdruck >Khatam< im allgemeinen Sprachgebrauch:

Der Heilige Prophet Mohammad (Allahs Friede und Segnungen seien auf ihm) hat in einem seiner Aussprüche seinen Onkel Abbas >Khatam ul-Muhadjirin< (>Siegel der Auswanderer<) genannt.2) Dies bedeutet nun nicht, daß Hazrat Abbas der letzte Auswanderer der muslimischen Welt war.

In ähnlichem Sinn wird Hazrat Ali als >Khatam u-Auliya< (>Siegel der Heiligen<) bezeichnet. Dazu sagt Ibn Khaldun, der Ausdruck sei so zu verstehen, daß Ali der perfekte Heilige (Arabisch: >Wali<) war, nicht der letzte.

Ein arabischer Dichter namens Hasan ibn Wahab hat den berühmten Abu Tamam) .als >Khatam ush-Shuara< bezeichnet.) Es liegt auf der Hand, daß Abu Taman nicht der letzte Dichter war. Der Ausdruck >Khatam< bedeutet demzufolge in solchem Zusammenhang der >höchste< oder >beste<, nicht aber der >letzte<.

Der Kontext eines qurânischen Verses bildet einen wichtigen Faktor einer adäquaten Übersetzung. Wenn wir den Zusammenhang des Ausdrucks in Vers (33:41) betrachten, bekommen wir Gewißheit über die Bedeutung desselben.

Der Vers lautet:

»Muhammad ist nicht der Vater irgend eines eurer Männer, vielmehr ist er der Gesandte Gottes und das Siegel der Propheten.« (33:41)

Gott widerlegt damit offensichtlich den Einwand, Muhammad (Allahs Friede und Segnungen seien auf ihm) habe keine männlichen Nachkommen. An einer anderen Stelle lesen wir in diesem Zusammenhang:

»Fürwahr, es ist Dein Feind, der ohne Nachkommenschaft sein soll.« (108 : 4)

 

Die geistigen Nachkommen:

 

Die zitierten Verse wurden nach einer Überlieferung zu einer Zeit offenbart, da ein Gegner von Muhammad, AI-Aas Ibn Wayel, den Heiligen Propheten mit >Abtar< tituliert hat (d.h. einer, der keine Kinder/Nachkommen hat). Dies geschah zum Zeitpunkt des Hinschieds seines Sohnes al-Qasim.7)

Als Antwort auf diese höhnische Bemerkung der Feinde des Propheten hat Gott im Vers (33 :41) offenbart, daß - auch wenn die Kette der leiblichen Nachkommen abgebrochen ist - Muhammad als Gesandter Gottes eine lange Reihe von geistigen Nachkommen in seinen ergebenen Anhängern haben wird. Dies um seine Erinnerung, seinen Namen und seine Lehre für alle Zeiten immerwährend lebendig zu erhalten.

Die Anhänger des Propheten werden oft als seine geistigen Kinder bezeichnet. Die Bedeutung des Ausdrucks >Khatam un-Nabiyyin< muß in diesem Zusammenhang gesehen werden. Würde man >Khatam un-Nabiyyin< übersetzen als der >letzte Prophet<, nach welchem kein Prophet mehr folgen wird, gereichte ihm dies nicht zur Ehre, denn seine Gegner könnten immer noch höhnisch darauf hinweisen, daß Muhammad (Allahs Friede und Segnungen seien auf ihm) auch in geistigem Sinn des Wortes keine Nachkommen hätte. Er hätte sich damit selbst (Gott verhüte und verzeihe) als kinderlos und in jeder Hinsicht >Abtar< hingestellt. Im Zusammenhang gesehen bedeutet >Siegel der Propheten< deshalb, daß die geistigen Nachkommen Mohammads (Allahs Friede und Segnungen seien auf ihm) von hohem Rang sein werden. Sie würden nach Gottes Willen hohe geistliche Auszeichnungen erlangen bis zu einem Grade, daß einige von ihnen in den Fußstapfen Mohammads sogar Propheten werden können. Der Heilige Prophet Mohammad (Allahs Friede und Segnungen seien auf ihm) wird hier als >Siegelbewahrer< oder als >Meister< bezeichnet, der das größte göttliche Siegel des Prophetenamtes verwahrte.

Siegel nicht nur für Bestätigung und Gutheißung früherer Propheten, sondern gleichzeitig für die Erteilung der Würde eines Propheten an solche, die diesen Rang (durch seine Gefolgschaft) erreicht haben.

In der Bibel lesen wir:

»Der Herr machte Dich zum Kopf, nicht zum Schwanz; Du kennst nur den Aufstieg, Du kennst keinen Abstieg.« (Deuteronomium 28 : 13)

Am Ende einer Linie zu sein, ist deshalb keine Ehre oder Auszeichnung. Selbst wenn wir den Terminus >Khatam un-Nabiyyin< als >letzter der Propheten< verstehen, müßten wir ihn so auslegen, daß er >letzter< nur in einem bestimmten Sinn ist, d. h. im Sinne von Erlangung der höchsten Stufe der Perfektion. Er hat damit die Stufe der Vollkommenheit erreicht, so daß niemand ihn übertreffen oder ersetzen kann. Er ist also der >Kopf< der Propheten, nicht der >Schwanz<.

Kein neues Gesetz:
 

Er ist der Größte - nicht weil er als letzter erschienen ist, sondern weil er ein Gesetz gebracht hat, das absolut das letzte Gesetz ist und niemals ersetzt und übertroffen werden kann.

Ibn Khaldun hat auch diese Bedeutung in seinem berühmten Werk >Muaaddama< erwähnt.)

Ein anderer Gelehrter, Ali ibn Muhammad Sultan al-Qari (auch Mulla Ali Qari genannt) hat den Ausdruck in demselben Sinn interpretiert. Er sagte, die Bedeutung von >Khatam un-Nabiyyin< sei, daß kein Prophet nach ihm (Allahs Friede und Segnungen seien auf ihm) erscheinen werde, der nicht sein Anhänger sei.)

Sheikh Muhiy ud-Din ibn Arabi sagt: »Die Prophetenwürde verbunden mit einem neuen Gesetz ist mit der Ankunft des Heiligen Propheten Mohammad (Allahs Friede und Segnungen seien auf ihm) beendet«.)

In diesem Zusammenhang schreibt der Gelehrte Shah Wa-liullah Dehlawi, »(daß) der Prophet Mohammad (Allahs Friede und Segnungen seien auf ihm) in diesem Sinn der letzte unter den Propheten war, daß nach ihm niemand erscheinen wird, der ein neues Gesetz für die Menschheit bringen wird«.)

Sayyid Abdul Qadir Djilani sagt: »Das prophetische Gesetz ist mit dem Heiligen Propheten Mohammad (Allahs Friede und Segnungen seien auf ihm) und dem Qur-ân vollkommen und beendet, deshalb wurde er >Khatam un-Nabiyyin< genannt.

Maulana Abdul Hayy von Luknow schreibt: »Es ist nicht ausgeschlossen, daß ein neuer Prophet während oder nach dem Zeitalter Mohammads (Allahs Friede und Segnungen seien auf ihm) erscheinen wird. Hingegen ist es aber absolut ausgeschlossen, daß jemand nach ihm ein neues Religionsgesetz bringen wird.«

Die Hadith-Überlieferung:

Ich werde nun die Ahadith (d.h. die Überlieferungen vom Heiligen Propheten Mohammad, Allahs Friede und Segnun-gen seien auf ihm, zu diesem Thema behandeln.
Der Heilige Prophet sagte zu Ali ibn Abu Talib:

»Du bist im Vergleich zu mir wie Aaron zu Moses, mit Ausnahme daß la nabiyya ba'di«.

Dieses letzte Zitat wird übersetzt mit: »Es gibt keinen Propheten nach mir.« Von diesen Worten wird die Aussage abgeleitet, daß, wäre das Erscheinen eines Propheten nach Mohammad möglich, keiner dafür würdiger gewesen wäre als Ali, welcher nicht nur ein naher Verwandter des Propheten war, sondern auch als sein vierter Nachfolger gewählt wurde.

Der Prophet hat diesen Ausspruch getan, als er im Sinn hatte, nach Tabuk zu gehen. Er bestimmte damit Ali zum Leiter (Amir) der Gemeinde während seiner Abwesenheit von Medina. Ali hegte allerdings den Wunsch, an der Schlacht von Tabuk teilzunehmen und nicht in Medina zurückzubleiben. Der Prophet wollte Ali damit die Wichtigkeit seiner Aufgabe vor Augen führen. Dabei verglich er diese Aufgabe mit derjenigen von Aaron, welcher in Abwesenheit Moses (als dieser auf den Berg Sinai ging) zum Vorsteher der Israeliten bestimmt worden war.

Aaron war der Bruder von Moses und ein Prophet Gottes. Ali war ein Cousin von Mohammad (Allahs Friede und Segnungen seien auf ihm), aber kein Prophet.

Der Heilige Prophet hätte dies nicht offener sagen können. Er durfte aber in diesem Zusammenhang keine Missverständnisse aufkommen lassen und fügte deshalb hinzu, daß er in seiner Abwesenheit keinen Propheten zurückgelassen habe.

Der Ausdruck >bád< bedeutet deshalb in diesem Zusammenhang >in meiner Abwesenheit, (vgl. Lane, Band I, S. 225)

Aus diesem Kontext geht hervor, daß er Ali mitteilen wollte, daß er in seiner (Muhammads) Abwesenheit zurückgelassen würde wie Aaron, daß er aber kein Prophet wie dieser sei.

Diese Ausdrucksweise kann sich nicht auf eine ferne Zukunft bezogen haben, sondern nur auf eine bestimmte Zeit und auf ein bestimmtes Ereignis. Der Ausdruck >bád< (wörtl. >nach<) wird öfter in diesem Sinn verwendet. Im Vers (7:149) des Heiligen Qur-ân wird er von Pickthall so übersetzt:

»Nachdem ich euch verlassen habe«.

Gelegentlich wird der Ausdruck >ba'd< auch im Sinn von >ma'a< (d.h. >mit<) verwendet (vgl. Lane, Band I, S. 225).

So interpretiert, würde >la nabiyya b'di< bedeuten, daß es zusammen mit ihm keinen Propheten gegeben hat.

Es ist merkwürdig, daß in der schiitischen Überlieferung die Phrase überliefert wird: >laysa m'i nabiyyun< d.h. >es gibt keinen Propheten mit mir< (vgl. Amali). In anderen Ahadith wird obiger Passus noch klarer ausgedrückt: »mit Ausnahme, daß Du kein Prophet bist«.,)             

Ein anderes Hadith überliefert sehr klar und verständlich:            

»Hast Du nicht den Wunsch, das zu werden, was Aaron für Moses war, ausgenommen, daß Du kein Prophet bist.«)

Falls wir den Ausdruck >ba'd< mit >nach< übersetzen, kann dem Satz eine andere Nuance gegeben werden.

Beim Studium der Idiomatik des Arabischen stellen wir fest, daß gewisse Ausdrücke nicht buchstäblich aufzufassen sind. Einem anderen Hadith zufolge, hat der Heilige Prophet folgendes gesagt:

»Als Khosrau starb, hat es nach ihm keinen Khosrau mehr gegeben und als der Kaiser starb, hat es nach ihm keinen Kaiser mehr gegeben«.)

Der Hadith Kommentar schreibt dazu: »Kein anderer Khosrau wird die Staatsgeschäfte so gut verwalten, wie dies der damalige Khosrau getan hat«.

Offensichtlich bedeutet es nicht, daß es nach Khosrau oder dem Kaiser keinen König oder Herrscher mehr geben wird.

Der Gelehrte Muhiy ud-Din ibn Arabi hat den Ausspruch

>la nabiyya b'di< so interpretiert: »Es wird keinen (solchen) Propheten mehr gegeben, der das islamische Gesetz von Mohammad (d.h. den Heiligen Qur-än) aufheben oder widerlegen wird«.

Auch die Gelehrten Muhammad Tahir Cujrati) und Imam Sha'arani) haben gleichlautende Ansichten vertreten. Diese Meinung ist auch von Nawab Siddiq Hasan Khan) berichtet worden.

Von Hazrat Aisha, der Ehefrau des Heiligen Propheten, deren hoher Rang in der islamischen Theologie bekannt sein dürfte, wird überliefert:

»Sagt, er sei das Siegel der Propheten; aber sagt nicht, daß nach ihm kein Prophet mehr kommen wird. «)

Imam Suyuti schreibt, daß auch Mughira die gleiche Auffassung vertreten habe.23)

Eine andere Hadithüberlieferung in diesem Zusammenhang ist: »lau kana ba'di nabiyyan lakana umaru« d.h. »gäbe es nach mir einen Propheten, wäre dies Umar).

Dazu haben wir bereits ausgeführt, daß > ba'd < auch im Sinn von >mit< verwendet werden kann.

Es gibt keinerlei Hinweis dafür, daß der Ausdruck > ba'd < nur im Sinne von nach zu verstehen ist. Aus diesem Grund sollte dieser Hadith wie folgt übersetzt werden: »Wenn es mit mir einen (weiteren) Propheten gegeben häte, so wäre es Umar gewesen«.)

Vom Propheten wird auch überliefert, daß er gesagt habe:

»Wäre nicht ich als Prophet bestimmt worden, wärest Du es gewesen, oh Umar«.

Und:

»Wäre nicht ich erwählt worden, so wäre unter euch Umar erwählt worden«

Diese Überlieferungen zeigen, daß Umar gewisse Qualitäten für die Würde eines Propheten gehabt hat, ebenso wie Mohammad (Allahs Friede und Segnungen seien auf ihm), der das islamische Gesetz brachte. Die uns vorliegende Überlieferung bedeutet demzufolge, daß es auch Umar hätte gewesen sein können, der ein solches Gesetz brachte.

Es kann nicht heißen, daß nach Mohammad (Allahs Friede und Segnungen seien auf ihm) kein anderer Prophet kommen wird.

In einer anderen Überlieferung hat der Prophet einen deutlichen Hinweis für das Gegenteil gegeben, indem er sagte:

»Wenn Ibrahim (sein Sohn) gelebt hätte, wäre er ein Prophet geworden.« Er hätte dies nicht sagen können, wenn es für jemand anderen außer ihm unmöglich gewesen wäre, daß Prophetenamt zu bekleiden. Es zeigt nur, daß der Heilige Prophet bezüglich der Kontinuität des Prophetentums eine klare Meinung gehabt hat. Derselbe Sinn wird in einer anderen Überlieferung wiedergegeben, wo der Prophet gesagt hat:

»Abu Bakr ist der Beste unter den Männern nach mir, es sei denn, ein Prophet erschiene.«)

Eine andere Hadith-Überlieferung, die als Einwand zitiert wird, ist die folgende:

»Ich bin der Aqib, derjenige, nach dem kein Prophet mehr kommen wird.)

Die Authentizität dieser Überlieferung ist sehr fragwürdig.

Mullah Ali Qari, ein Gelehrter, der als Hadith-Kritiker wohlbekannt ist, hat eindeutig erklärt, daß der letzte Satzteil dieser Überlieferung unecht sei. Er schreibt, daß offenbar der Überlieferer hier seine eigene Interpretation von >Aqib< hinzugefügt hat.

Die nächste Überlieferung zur Unterstützung der gegenteiligen Auffassung lautet wie folgt:

»Ich bin der letzte unter den Propheten und Ihr seid das letzteVolk unter den Menschen.«

Die Bedeutung dieses Hadiths wird von einer anderen Überlieferung ergänzt:.

»Und meine Moschee ist die letzte Moschee

Daraus wird ersichtlich, daß der Heilige Prophet (Allahs Friede und Segnungen seien auf ihm) damit nicht gemeint hat, daß nach ihm kein anderer Prophet mehr erscheinen

werde. Andernfalls müßte man ja die Folgerung ziehen, daß die Erstellung irgendeiner Moschee nach ihm verboten sei. Die offensichtliche Meinung des Propheten hier ist, daß die Religion, die er gebracht hat, die perfekte Religion ist, die niemand nach ihm ändern oder aufheben kann.

Die Verwendung des Wortes >Akhir< (>der letzte<) in diesem Sinne ist in der arabischen Sprache geläufig. Imam Suyuti hat den Gelehrten Ibn Taimiyya als letzten unter den Mu]atahidin (ursprüngliche Denker und Juristen) bezeichnet.

In der bekannten arabischen Gedichtsammlung >Himasa< wird der Ausdruck >Akhir< im Sinne von >perfekt< und >einmalig< verwendet.

Aus obigen Ausführungen geht hervor, daß nicht nur die Ahmadis den Ausdruck >Khatam al-Nabiyyin< (>Siegel der Propheten<) so interpretieren, daß das bedingte Auftreten eines Propheten nach dem Heiligen Propheten Mohammad (Allahs Friede und Segnungen seien auf ihm) für möglich gehalten wird, sofern dieser keine neue Scharia (Gesetz) bringt und nicht unabhängig von ihm auftritt, sondern im Rahmen der

Gefolgschaft des Heiligen Propheten Mohammad (Allahs Friede und Segnungen seien auf ihm).

Auch anerkannte Heilige unter den Muslimen in verschiedenen Ländern und Epochen, ja sogar der Heilige Prophet selbst, haben den Terminus in der gleichen Art und Weise verstanden.

Der Ahmadiyya Glaubensgrundsatz ist ohne jeglichen Zweifel und par excellence so, daß der Heilige Prophet Mohammad >Khatam al-Nabiyyin< (d.h. >das Siegel aller Propheten) ist Die Vorzüge der Prophetenschaft haben in ihm den Höhepunkt erreicht. Deshalb ist die Türe zu einem von ihm unabhängigen Prophetentum seit seiner Berufung geschlossen. Jeglicher Segen kann fortan nur in seiner Gefolgschart erlangt werden.

Durch seine Ankunft ist der Strom göttlicher Gnade und göttlichen Segens nicht versiegelt, er wurde vielmehr kanalisiert in seiner Person.

Ein Prophet kann nur noch in seiner Gefolgschaft auftreten, dadurch, daß sein Licht von seinem Licht beleuchtet wird, oder als Schatten oder Reflektion von ihm. Eine anderweitige Erlangung der Prophetenwürde ist ausgeschlossen.

Folglich...

»hat jegliches Prophetentum ein Ende erfahren außer demjenigen von Muhammad (Allahs Friede und Segnungen seien auf ihm). Es wird kein gesetzgebender Prophet mehr erscheinen.

Ein Prophet ohne neues Gesetz kann auftreten unter der Voraussetzung, daß er primär ein Anhänger des Heiligen Propheten (Allahs Friede und Segnungen seien auf ihm) ist. Ich bin gleichzeitig ein Anhänger (des Heiligen Propheten Muhammad) und ein Prophet«.

Aus dem Büchlein

Reform des Islam

von Alhaj Ataullah Kleem

 

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