Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Barmherzigen

 

JUDENTUM CHRISTENTUM UND ISLAM

 

Ein Dreiergespräch: Der islamische Standpunkt von

SIR MUHAMMAD ZAFRULLA KHAN

(Deutsch von Khadija Ahmed Koopmann)

 

Die drei großen semitischen Glaubensrichtungen lassen sich alle auf ABRAHAM und sogar weiter zurückverfolgen. Für unseren Zweck können wir jedoch mit ABRAHAM beginnen.

Ich schlage vor, dass wir uns für das, was zu sagen ist, im wesentlichen auf die Schriften der drei Glaubensrichtungen, die Heilige Bibel und den Heiligen Qur-ân stüt-zen. Der Qur-ân ist die Aufzeichnung der wörtlichen Offenbarungen, die Gott Mohammad, dem Propheten des Islams, Friede und Segen Allahs seien auf ihm, über einen Zeitraum von ungefähr 22 Jahren (610-632) gewährte. Es sind die wirklichen Worte GOTTES, die ER dem Propheten in den Mund legte, wie es versprochen worden war:

„ICH will einen Propheten wie du einer bist erwecken aus ihren Brüdern und Meine Worte in seinen Mund geben. Der soll zu ihnen reden alles, was ICH ihm gebieten werde. Und wer Meine Worte nicht hören wird, die er in Meinem Namen reden wird, von dem will ICH's fordern" (DEUT. 18:18-19).

Sie enthalten alle Wahrheit für die Führung der Menschheit, wie es vorausgesagt worden war:

„Ich habe euch noch viel zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von sich selber reden, sondern, was er hören wird, das wird er reden. Und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen." (Johannes 16:12-13).

Dies ist als wahr im Qur-ân bestätigt. Die Botschaft des Qur-ân ist allumfassend:

 „Er spricht nicht aus seinem eigenen Antrieb; es ist die reine Offenbarung, die ihm gesandt wurde. Er wird vom HERRN mächtiger Kräfte belehrt." (Qur-ân 53-.4-6)

 

 „Verkündige, 0 Prophet: 0 Menschheit, ich bin ALLAHS Botschafter an euch alle. Sein ist die Herrschaft über die Himmel und die Erde. Es gibt keinen GOTT außer IHM. ER gibt Leben und ER verursacht Tod. So glaubt an ALLAH und Seinen Gesandten, den Propheten, den Göttlich Geleiteten, der an ALLAH glaubt und an Seine

Worte und folget ihm, auf dass ihr recht geleitet seid." (7: 159).

 

 „WIR haben dich als den Träger froher Botschaft gesandt und als Warner für die ganze Menschheit, doch die meisten Menschen sind unwissend." (34:29).

 

 „WIR haben dich als Wohltat für alle Welten gesandt." (21:108).

„Gesegnet ist ER, Der das Unterscheidende Buch zu Seinem Diener herabgesandt hat, damit er ein Warner für alle Völker sei. ER ist es, Dem das Königreich  der  Himmel  und  der  Erde gehört."(25:2-3).

 

 „Der Qur-ân ist eine Mahnung für alle Völker, und ihr werdet nach einer Weile Zeugen von der Erfüllung seiner Warnung werden." (38:88-89).

 

Der Qur-ân bestätigt die Wahrheit aller vorhergehenden Offenbarungen und die Rechtschaffenheit aller Propheten:

„Wer wendet sich ab von der Religion Abrahams wenn nicht derjenige, der seine Seele vernichtet hat? Wahrlich WIR bevorzugten ihn (den Gläubigen) in dieser Welt und im nächsten Leben wird er unter den Rechtschaffenen sein. Als sein GOTT von ihm forderte: Unterwerfe dich MIR, antwortete er: Ich unterwerfe mich dem HERRN der Welten. Dasselbe verlangten Abraham und auch Jakob von ihren Söhnen: Meine Söhne: wahrlich ALLAH hat diese Religion für Euch erwählt, so lebt jeden Augenblick in Unterwerfung zu ALLAH, so dass, wenn der Tod euch naht, Er euch in völliger Ergebenheit zu IHM vorfindet. Wäret ihr zugegen als Jakobs letzte Stunde nahte und er seine Söhne fragte: Wen werdet ihr anbeten, nachdem ich gegangen bin? Sie antworteten: Wir werden deinen GOTT anbeten und den GOTT deiner Väter Abraham und Ismail und Isaak, den Alleinigen GOTT und IHM haben wir uns ergeben." (2:131-134).

 

„Die Juden und die Christen forderten euch auf: werdet Juden oder werdet Christen, damit ihr rechtgeleitet seid. Sage ihnen: Dem ist nicht so. Lasst uns übereinkommen, der Religion Abrahams zu folgen, der immer ALLAH zugewandt war und der nicht zu denen gehörte, die IHM Partner zur Seite stellten. Bestätigt: Wir glauben an ALLAH und an das, was zu uns herabgesandt wurde und an das, was offenbart wurde zu Abraham. und Ismail und Isaak und Jakob und seinen Kindern und das, was Moses und Jesus gegeben war und an das, was all den anderen Propheten von ihrem HERRN gegeben wurde.

Wir machen keinen Unterschied zwischen ihnen und IHM haben wir uns völlig ergeben." (2:136-137).

„Verkündige: Wir nehmen den Glauben an, den ALLAH offenbarte und wer könnte besser sein als ER, Glauben zu lehren?" (2: 139).

„Frage sie: Streitet ihr mit uns über ALLAH, wo ER doch unser HERR ist und auch der Eure? Wir sind verantwortlich für das, was wir tun, und ihr seid verantwortlich für das, was ihr tut. IHM allein sind wir ergeben" (2:140). "0 Volk des Buchs: sagt ihr, daß Abraham und Ismail und Isaak und Jakob und seine Kinder Juden waren oder daß sie Christen waren? Wißt ihr besser als ALLAH? Wer kann ungerechter sein als derjenige, der solche Zeugnisse verhehlt, die er von ALLAH hat? ALLAH ist nicht unachtsam dessen, was ihr tut" (2;141).

 

Frühere Offenbarungen waren in ihrem Gesichtskreis begrenzt, jede war dazu bestimmt, dem Volk, an das sie gerichtet waren und der Entwicklungsstufe, in die es einzutreten reif war, zu dienen. Jede enthielt grundlegende Weisheiten, gültig für alle Zeiten und für die ganze Menschheit, doch sie enthielten auch Führungen, Anweisungen, Gebote und Verbote, die nur örtliche oder vorübergehende Bedeutung hatten.

Überdies sind im Laufe der Zeit Teile dieser Offenbarungen vergessen worden oder verloren gegangen. Das, was in vorausgegangenen Offenbarungen von allgemeiner oder bleibender Bedeutung war, ist im Qur-ân bestätigt worden. Solche Teile, die verloren gegangen oder übersehen oder vergessen worden waren, jedoch noch notwendig waren, wurden wiederbelebt. Das, was vorübergehende oder nur örtliche Bedeutung hatte und nicht länger notwendig war, ist weggefallen. Das was in vorhergehenden Offenbarungen noch nicht enthalten war, da noch keine Notwendigkeit dafür vorhanden war, das jedoch von nun an von Bedeutung für die Menschheit wurde, war zugefügt worden. (2:107:3-8).

Das heißt nun aber nicht, daß der Qur-ân alle Gebote und Verordnungen, die in der heutigen Übersetzung vorhergehender Offenbarungen und Schriften enthalten sind, für die Muslime verbindlich macht. Im Gegenteil, er betont wiederholt, daß diese Fassungen durch die Hände einiger von denen, die sich als ihre Betreuer betrachteten, schwer gelitten haben (2:79-80).

Was der Qur-ân bestätigt, ist die eigentliche Offenbarung, die vorhergehenden Propheten gewährt wurde. So:

„Wahrlich, WIR haben die Thora herabgesandt, worin Licht und Führung liegt. Mit ihnen haben die Propheten, die UNS gehorsam waren, die Juden gerichtet, sowie die gottergebenen Menschen und die Rechtsgelehrten." (5:45).

Und:

„WIR ließen Jesus, Sohn der Maria, ihren Fußspuren folgen, in Erfüllung dessen, was vorher in der Torah offenbart worden war, und WIR gaben ihm das Evangelium, das Licht und Führung enthält, in Erfüllung dessen, was vorher in der Thora als eine Warnung für die Gottesfürchtigen offenbart worden war." (5:47).

 

Nicht nur sind die heutigen Fassungen vorhergehender Offenbarungen durchaus fragwürdig in Bezug auf Echtheit des Textes und Genauigkeit der Übersetzung und Auslegung, sondern viele Einzelheiten von Geboten und Verordnungen und selbst Dogmen, die von vorübergehender oder örtlicher Bedeutung waren, sind jetzt veraltet und unanwendbar. Heutigen Dogmen liegen vielfach spätere Auslegungen und Formulierungen zu Grunde, die wenig Verbindung mit dem zu haben scheinen, was in der Offenbarung als solcher enthalten gewesen war und widersprechen ihr sogar. Auf all dies ist im Qur-ân aufmerksam gemacht worden; und doch betont der Qur-ân die Einheit der grundlegenden Lehre aller vorhergehen- der Schriften und Verkündigungen der Propheten, nämlich Glaube an das Vorhandensein der Einheit GOTTES und des Jenseits und Streben nach Einklang mit GOT-TES Willen durch rechtschaffene Taten.

 „WIR schenkten Abraham Isaak und Jakob; und jeden leiteten WIR den rechten Weg, und Noah hatten WIR zuvor rechtgeleitet; und von Abrahams Nachkommen leiteten WIR recht David und Salomon und Hiob und Joseph und Moses und Aaron. So belohnen WIR diejenigen, die Gutes tun. WIR führten auf den rechten Weg auch Zacharias und Johannes und Jesus und Elias, jeder von ihnen war der Rechtschaffenen einer, und Ismail und Elisa und Jona und Lot, jeden von ihnen erhöhten WIR über die Menschen; und von ihren Vätern und ihren Kindern und ihren Brüdern; WIR erwählten sie und WIR leiteten sie entlang des rechten Weges." (6:85-88).

Der Qur-ân erfüllt, was vorher offenbart worden war und ist Wächter darüber (6:49). Der Qur-ân enthält dadurch, daß er die Wahrheit aller vorhergehenden Offenbarungen bestätigt, alle Wahrheiten für die ganze Menschheit und für alle Zeiten. Er ist „reine Schrift, ewige Gebote enthaltend" (98:3-4). Er ist umfassender Besitz und allgemeines Erbe.

Der Qur-ân bietet ein weitaus würdigeres Bild des Prophetentums als die Bibel -und befreit die Propheten von allen Beschuldigungen, die in den kursierenden Ausgaben vorhergehender Schriften gegen sie erhoben worden waren. Er bestätigt, daß es unmöglich ist, dass ein Prophet als falsch erklärt wird, wenn er auf göttlichen Auftrag hin handelt (3:162). In Bezug auf Abraham ist es bestätigt, daß er in der Tat „ein rechtschaffener Mensch und Prophet" war (19:42). In Bezug auf Lot ist gesagt: „WIR gaben ihm Weisheit und Wissen. . . WIR nahmen ihm auf in UNSERER Gnade; er war unter denen, die Rechtschaffenheit darstellten" (21-75-76). Von Moses ist gesagt: „Er war wahrlich ein Auserwählter GOTTES und Gesandter und Prophet" (19:52), und ALLAH befreite ihn von allen Verleumdungen, die gegen ihn erhoben worden waren und die ihn kränkten, und er stand bei GOTT in hohem Ansehen (33:70)."

Über David wird gesagt, daß GOTT ihm Seine Gnade schenkte (34:11) und er ist beschrieben als „UNSER Diener David, ein Mann mit großer Macht, der sich UNS ständig zuwandte" (38:18). Über Salomon ist gesagt: „Es war nicht Salomon, der ungläubig war, es waren die Aufrührer, die ungläubig waren, die Menschen Falschheit und Betrug lehrend." (2:103). „Salomon war einer UNSE-RER ausgezeichneten Diener; er war UNS immer zugewandt." (38:31).

Maria, die Mutter Jesus, ist im Qur-ân mit größerer Verehrung erwähnt als im Evangelium. „Die Engel sagten zu Maria; ALLAH hat dich erhöht und gereinigt und dich von allen Frauen deiner Zeit auserwählt." (3:43). „ALLAH weist als Beispiel für die Gläubigen auf Maria, die Tochter Imrans, die ihre Keuschheit hütete und WIR sandten

UNSER Wort zu ihr und sie erfüllte die Worte ihres HERRN und SEINER Bücher und war eine der Gehorsamen." (66:13).

Im Falle von Jesus wird gesagt, daß er ein Gesandter für die Kinder Israels war (3:50). „Die Engel sprachen zu Maria: ALLAH, durch SEINE Worte, gibt dir frohe Botschaft von einem Sohn, genannt der Messias, Jesus, Sohn der Maria, geehrt in dieser Welt und in der nächsten und einer derer, denen Nähe zu GOTT gewährt ward (3:46). „Der Messias, Sohn der Maria, war nichts als ein Gesandter, viele Gesandte waren schon vor ihm dahingegangen." (5:76).

Im Evangelium ist Jesus als Sohn GOTTES bezeichnet worden. Daß dies nur im metaphorischen Sinne gemeint war, wird von Jesus selbst bestätigt:

„Da hoben die Juden abermals Steine auf, dass sie ihn steinigten. Jesus antwortete ihnen: Viel gute Werke hab ich euch gezeigt von meinem Vater. Um welches Werk unter denselben steinigt ihr mich? Die Juden antworteten ihm und sprachen: Um des guten Werkes willen und dass du ein Mensch bist und machst dich selbst einen Gott. Jesus antwortete ihnen: Steht nicht geschrieben in eurem Gesetz, ICH habe gesagt, ihr seid Götter? So ER die Götter nennet, zu welchen das Wort GOTTES geschehe und die Schrift kann doch nicht gebrochen werden sprechet ihr denn zu dem, den der Vater geheiligt und in die Welt gesandt hat, du lästerst GOTT darum, dass ich sage, ich bin GOTTES Sohn?" (Johannes, 10:31-36).

Dies wird von Paulus bestätigt:

"Denn welche der Geist GOTTES treibt, sie sind GOTTES Kinder... Der selbige Geist gibt Zeugnis  unserem Geist, dass wir GOTTES Kinder sind. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich GOTTES Erben und Miterben Christi. (Römer 8:14-17).

Jesus war ein Prophet in der Mosaischen Fügung:

„... Ich bin nicht gesandt denn nur zu den verlorenen Schafen von dem Hause Israel." (Matt. 15:24).

„... Es ist nicht fein, dass man den Kindern ihr Brot nehme und werfe es vor die Hunde." (Matt. 15-26).

„... Willst du aber zum Leben eingehen, so halte die Gebote." (Matt. 19:17).

„Es ist aber leichter, dass Himmel und Erde vergehen, denn daß ein Tüttel vom Gesetz falle."(Luk. 16:17).    

Der Qur-ân betont:

„Bedenke, wenn ALLAH Jesus, Sohn der Maria, fragen wird: Sagtest du zu den Leuten: Nehmet mich und meine Mutter als zwei Götter neben ALLAH an? und er antworten wird: Heilig bist DU! Es steht mir nicht an zu sagen, wozu ich kein Recht habe. Hätte ich es gesagt, DU würdest es sicherlich gewußt haben. DU weißt, was ich denke, und ich weiß nicht, was DU im Sinn hast. Nur DU besitzt volles Wissen alles Verborgenen. Ich sagte nichts zu ihnen außer dem, was DU mir aufgetragen hattest, das ist: Betet ALLAH an, meinen GOTT und euren GOTT. Ich hatte ein Auge auf sie, solange ich unter ihnen weilte, doch nachdem DU mich sterben ließest, warst DU der Einzige, über sie zu wachen.. ." (5:117-118).

Dies erinnert an: „Dieweil ich bei ihnen war in der Welt, erhielt ich sie in Deinem Namen." (Johannes 17.12).

Der Qur-ân unterstützt die Behauptung, dass durch dass ersetzen Jesus am Kreuz gestorben sei, nicht:

„ALLAH versicherte Jesus: ICH werde dich (eines natürlichen Todes) sterben lassen und werde dir Meine Nähe gewähren, und werde dich von den Verleumdungen derer, die nicht glauben, befreien..." (3:56).

 „Die Juden behaupten: wir töteten den Messias, Jesus, Sohn der Maria, den Gesandten ALLAHS; während sie ihn jedoch nicht töteten noch seinen

Tod am Kreuz hervorriefen, sondern er erschien ihnen nur (als ein Gekreuzigter), und diejenigen, die nicht glauben wollen, dass er lebendig vom Kreuz herabgenommen worden war, sind im Zweifel darüber, sie haben keine festen Beweise, sondern folgen nur Vermutungen. Sie bewerkstelligten nicht seinen Tod in der Art und Weise, die sie behaupten." (4: 158).

Es gibt viele Hinweise im Evangelium, die die Behauptung, dass Jesus nicht am Kreuz gestorben ist, untermauern. Zum ersten: gibt es nicht den geringsten Hinweis dafür, daß die eigentliche Bedeutung seiner Botschaft darin lag, sein Leben am Kreuz hinzugeben, um die Sünden der Menschheit zu sühnen. Wäre es so gewesen, er wäre sich dessen bewußt gewesen und hätte der Vollendung seines Auftrags eifrig entgegengesehen und das Ende freudig begrüßt. Dafür gibt es keinen Beweis.

Seine flehenden Gebete im Garten Gethsemane (Matt. 26-39, 42 - 44) schließen nicht nur solche Möglichkeit aus, sondern liefern eindeutigen Beweis dafür, daß er nicht dazu bestimmt war, den Tod am Kreuz zu erleiden. Er war wie alle rechtschaffenen Propheten sicher, dass GOTT seine Gebete erhören würde. Daß das ein Zeichen bei allen Propheten ist, beweist die Geschichte der Religionen. In der Tat, weit entfernt davon, daß sein Flehen umsonst gewesen wäre, scheint es, daß er Versicherungen erhalten hatte, daß er von dem verfluchten Tod am Kreuz gerettet werden würde. Sein verzweifelter Schrei: ELI, ELI LA MA SABACHTHANI (Matt. 27:46) entwand sich ihm aus seiner Enttäuschung, daß trotz göttlicher Versicherung, nach seiner Meinung, kein Ausweg aus der hoffnungslosen Lage greifbar war. Doch die Bewußtlosigkeit, die ihn überfiel und ihn wie tot erscheinen ließ, war der Weg, den GOTT zu seiner Errettung ausersehen hatte, wobei er: „... ihnen erschien, als ob er den Kreuzestod gestorben sei" (4:158). „Sie planten ihre Pläne und ALLAH plante SEINEN Plan; ALLAH ist der beste Planer." (3:55).

Es sei daran erinnert, daß, als Pilatus „...auf dem Richterstuhl saß, schickte sein Weib zu ihm, und ließ ihm sagen habe du nichts zu schaffen mit diesem Ge-rechten. Ich habe heute viel erlitten im Traum um seinetwegen." (Matt. 27:19). In der Folge dieser göttlichen Warnung unternahm Pilatus, der schon vorher für Jesus eingenommen war, jegliche Anstrengung, die Hohenpriester und Ältesten zu beschwichtigen, daß sie der Freilassung Jesus' zustimmen sollten; sie wollten jedoch nichts davon hören.

Die römischen Soldaten hatten zweifellos die Nachricht gehört, die Pilatus' Frau ihm zugeschickt hatte und hatten Pilatus Verhalten Jesus gegenüber beobachtet. Sie möchten ebenso gut auch Auftrag erhalten haben, nicht zu hart mit ihm umzugehen, obwohl sie natürlich vorsichtig sein mußten, nicht den Pöbel herauszufordern oder Verdacht zu erregen. Als Jesus bewußtlos wurde, waren sie nur allzu bereit, ihn als tot zu erklären und unterließen es, seine Knochen zu brechen, obwohl die Juden Pilatus beschworen hatten, daß seine Knochen gebrochen werden sollten, unabhängig davon, daß er „seinen Geist aufgegeben habe" (Johannes 19:30, 31,33). „Der Kriegsknechte einer öffnete seine Seite mit einem Speer und alsbald ging Blut und Wasser heraus." (Johannes 19:34), ein Beweis, daß das Leben nicht erloschen war.

Auf Bitten Josefs von Arimathäa, eines heimlichen Anhängers von Jesus, ordnete Pilatus an, daß der Leichnam Jesu Joseph übergeben werden solle, der ihn davontrug; und Nicodemus und Joseph rieben ihn mit einer Salbe aus Myrrhen und Aloen ein und legten ihn in ein Leichentuch und brachten ihn in ein Grab, welches Joseph für sich selbst aus einem Felsen hatte herausschlagen lassen und welches in der Nähe war (Johannes 19.3842).

Jesus hatte vorhergesagt, daß er nicht sterben werde:

Nun, das Zeichen des Propheten Jonas war nicht, daß er vom Bauch des Wales tot aufgenommen worden war, und ihn lebendig wieder verließ; sein Zeichen war, daß er vom Wal lebendig aufgenommen worden war, am Leben blieb, und ihn lebendig wieder verließ. So würde Jesus lebendig in die Grabkammer eingehen, am Leben bleiben und sie lebendig wieder verlassen.

Nach seiner Befreiung vom Kreuz traf Jesus seine jünger dreimal, jedesmal im Geheimen, und verließ sie dann, die verlorenen Schafe seines Stammes in den Ländern aufzusuchen, in die sie bis dahin zerstreut worden waren - wohin ihm zu folgen für unsere Zwecke jetzt nicht nötig ist.

Von den Juden abgewiesen, warnt Jesus diese, daß das Königreich GOTTES (d.h. der Weinberg des Prophetentums) von ihnen genommen und einem anderen Volk gegeben würde, das die Früchte davon ernten würde (Matt. 21:43). Als sie dies hörten, sagten sie: „Gott bewahre (Luk. 20:16). Doch so geschah es. Nach Jesus hat es in Israel keinen Propheten mehr gegeben.

Fernerhin gab Jesus einen klaren Hinweis auf die Leute, denen der Weinberg übergeben werden würde: „...habt ihr nie gelesen in der Schrift: Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden: Von dem Herrn ist das geschehen und es ist wunderbar vor unseren Augen? ... Und wer auf diesen Stein fällt, der wird zerschellen: auf welchen er aber fällt, den wird er zermalmen."  (Matt.  21:42,44).   Dies  ist  eine Prophezeiung, daß das Prophetentum auf das Haus Ismail übergehen wird, und seine Erfüllung in Mohammad, Frieden und Segen Allahs seien auf ihm, finden würde, der eine Vollendung von Schönheit und Kraft darstellen würde.

Ismail war der Erstgeborene von Abraham. Sarah gab Abraham ihre Magd Hagar zur Frau und sie gebar Abraham einen Sohn und Abraham gab ihm den Namen Ismail (Genesis 16:3,15). GOTT ging einen Bund mit Abraham ein und schloß ihn zwischen Abraham und seinen Nachkommen (Genesis 17:7) und legte als ein Pfand für diesen Bund fest, daß jedes männliche Kind beschnitten werden soll (Genesis 17:10). Abraham sprach zu GOTT, „ach, daß Ismail leben soll vor dir" (Genesis 17: 18) und Gott antwortete: „Dazu, um Ismail hab ich dich auch erhöret: Siehe ich hab ihn gesegnet und will ihn fruchtbar machen und mehren über alle Maßen; zwölf Fürsten wird er zeugen, und will ihn zum großen Volk machen." (Genesis 17:20). „Eben auf einen Tag wurden sie alle beschnitten, Abraham und Ismail sein Sohn." (Genesis 17-26). All dies geschah vor der Geburt von Isaak. Vierzehn Jahre lang war Ismail der einzige Sohn Abrahams und dann gebar Sarah Isaak, der somit der zweite Sohn Abrahams war.

Die Bibel und der Qur-ân, beide beschreiben Abrahams Bereitschaft, seinen einzigen Sohn im Gehorsam zu dem, was er als Göttlichen Befehl ansah, zu opfern; während der Qur-ân angibt, daß der Sohn, um den es sich handelte, sein einziger Sohn war, d.h. Ismail, spricht die Bibel von Isaak als seinem einzigen Sohn, wohingegen Isaak zu keiner Zeit sein einziger Sohn war. Der Qur-ân Vers lautet:

(Abraham betete:) „Mein Herr, gewähre mir eine rechtschaffene Nachkommenschaft. So gaben WIR ihm frohe Kunde von einem sanftmütigen Sohn. Als der junge alt genug war, mit ihm herumzureizen, sagte Abraham zu ihm: Sohn, ich habe im Traum gesehen, dass ich dich schlachte. Sag mir, was du darüber denkst? Der Junge antwortete: Mein Vater, du tue, was dir befohlen, du wirst mich, so GOTT will, standhaft finden. Als beide bereit waren, sich ALLAHS Willen zu ergeben und er ihn mit der Stirn auf den Boden gelegt hatte, riefen WIR ihm zu: Abraham, du hast das Traumgesicht erfüllt. So belohnen WIR diejenigen, die ihre Pflicht bis zum äußersten erfüllen. Das war offensichtlich eine große Prüfung. WIR lösten den jungen mit einem großen Opfer aus und WIR bewahrten für Abraham einen guten Namen unter den künftigen Geschlechtern. Friede sei auf Abraham! So belohnen WIR diejenigen, die ihre Pflicht erfüllen. Wahrlich, er gehörte zu Unseren gläubigen Dienern. WIR gaben ihm frohe Botschaft von Isaak, einem Propheten, einer der Rechtschaffenen. WIR schütteten Segen auf ihn und Isaak." (37:101-114).

Die Auslösung, auf die hier mit den Worten „große Opfer" hingewiesen wird, war die Ansiedlung von Hagar und Ismail in der öden Wüste (14:38) von Paran (Gen. 21:21), so daß der große Plan GOTTES zu seiner Zeit erfüllt werde.

Dieser sah, wie in Deut. 18:18 versprochen, die Ankunft eines Propheten vor, wie Moses einer war, der Geist der Wahrheit, der alle Menschheit in alle Wahrheit leiten werde (Johannes 16:13), desjenigen, der von Salomon in seinem Gesang (Hohelied 5:16) als „überaus liebreizend" (Mahmaddem) beschrieben worden ist, der lange bevor

er seinen göttlichen Auftrag erhielt, von seinen Mitmenschen als AI-Amin, der TREUE und WAHRHAFTIGE, geehrt worden war.

Man möge über das Folgende nachsinnen:

Und ich sah den Himmel aufgetan und siehe da, ein weißes Pferd, und der darauf saß, hieß TREU und WAHRHAFTIG und richtet und streitet mit Gerechtigkeit. Und seine Augen sind wie Feuerflamme und auf seinem Haupt viel Kronen und hatte einen Namen geschrieben, den niemand wußte, denn er selbst. Und war angetan mit einem Kleide, das mit Blut besprenget war, und sein Name heißt GOTTES WORT. „Und ihm folget nach das Heer im Himmel auf weißen Pferden angetan mit weißer und reiner Seide. Und aus sei-nem Mund ging ein scharfes Schwert, dass er damit die Heiden schlüge, und er wird sie regieren mit der eisernen Rute. Und er tritt die Kelter des Weins des grimmigen Zorns des allmächtigen GOTTES. Und hat einen Namen geschrieben auf seinem Kleid und auf seiner Hüfte also: ein König aller Könige und ein Herr aller Herren." (Die Offenbarung St. Johannes 19: 11 16).

Und obendrein nur ein Mensch: „Sage ihnen: ich bin nur ein Mensch wie ihr; es ist mir offenbart, daß euer Gott EIN GOTT ist. So lasst den, der seinem HERRN zu begegnen hofft, in Rechtschaffen heit leben und lass ihn niemanden anbeten als GOTT allein."(18:111). Nur ein Mensch wie Sohn Gottes oder ein Gott. Ihr habt in den Gesandten GOTTES ein hervorragendes Beispiel für denjenigen, der seinem HERRN und dem Gerichtstag zu begegnen hofft und ALLAHs oft gedenkt." (33:22).

Er war als „ein Barmherzigkeit für die Welten gesandt." (21.108).

"0 Prophet, WIR haben dich als einen Zeugen entsandt und als einen Überbringer froher Botschaft und als einen Warner und als einen Aufrufer zu ALLAH durch Sein Gebot und als eine lichtbringende Sonne." (33:46-47).

Ihm zu folgen ist der Weg, die Liebe GOTTES zu gewinnen- Verkündige: Wenn ihr ALLAH liebt, dann folget mir, dann" wird ALLAH euch lieben und euch eure Sünden vergeben. ALLAH ist vergebungsvoll, immer barmherzig."(3:32).

Der Weg zum ewigen Leben führt über den Gehorsam zu ALLAH und Seinen Gesandten: „O, die ihr glaubt, antwortet ALLAH und Seinem Gesandten, wenn sie euch anrufen, damit ihr zum Leben erweckt werdet und wisset, daß ALLAH zwischen den Menschen und seinen Geist tritt und ER ist es, zu dem ihr einst versammelt werdet."(8:25).

Zum Abschluss mag auf eine fortwährende Einladung zu Einklang und Verständnis zwischen den Glaubensrichtungen, wie sie vor 1400 Jahren verkündet worden war, hingewiesen werden:

„Sprich zum Volk der Schrift: Lasst uns übereinkommen über eine Angelegenheit, die die gleiche für uns und für euch ist, nämlich, dass wir niemanden anbeten als ALLAH allein und dass wir IHM keine Partner zugesellen und dass nicht einige von uns die anderen als Herren annehmen neben ALLAH. Und wenn sie sich abwenden, sage ihnen: Seid ihr Zeugen, dass wir uns ALLAH ergeben haben." (3:65).

Und unser letztes Wort sei:

"Aller Lobpreis gehört ALLAH, dem HERRN der Welten."(10:35).

 

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