Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen

JESUS IM QUR-ÂN

Von

Sheikh Nasir Ahmad

Inhalt

 

  1. Jesus im Qur-ân
  2. Eine Frage
  3. Maria - die Geburt Jesu und seine Mission
  4. Jesus unter seinen Jüngern
  5. Gott
  6. Die Dreieinigkeit
  7. Beschuldigungen der Juden
  8. Tatsachen über die Kreuzigung Jesu
  9. Seine Flucht
  10. Die Verderbtheit der Christen
  11. Prophezeiung über den Islam
  12. Eine Religion
  13. Gegenwärtige Lage der Christlichen Völker
  14. Die Zweite Ankunft Jesu
  15. Abschließende Bemerkungen

 

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Jesus im Qur-ân

 

„Der Messias, der Sohn der Maria, war nur ein Gesandter; gewiss, andere Gesandte (seiner Art) sind ihm vorausgegangen." (Der Heilige Qur-ân V :76)

Die Geschichte von Jesus Christus ist ausführlich aufgezeichnet worden im Heiligen Qur-ân, der Schrift des Islams. Dies geschah, um einem lange unbefriedigten Wunsche gerecht 2u werden: das richtige Bild einer Person 2u geben, die in einer ernsten Zeit zur Welt kam und eine revolutionäre Aufgabe zu erfüllen hatte. Sein Bild wurde verzerrt, sogar in der Schrift seiner Anhänger. Fehler haben sich eingeschlichen im ganzen Lauf seiner Geschichte, von der Geburt bis zum Tode und während der Berufung in Palästina. Das Buch, das kam um diese Fehler zu beseitigen oder zu berichtigen, musste sich daher mit der ganzen Geschichte und der ganzen Wahrheit befassen. Wir werden nun im Laufe dieser Abhandlung Verse des Heiligen Qur-âns anführen, die das Thema berühren und wir werden sehen, wo das Wort Gottes die Ausführungen der Bibel unterstützt und wo es die Dinge kritisiert, die über Jesus gesagt und ihm zugeschrieben werden. 

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Eine Frage

 

Man könnte sich fragen, warum der Qur-ân diesen Gegenstand behandelt hat. Die Antwort ist, dass ein Muslim Jesus (Gottes Friede sei mit ihm) als einen wahren Propheten Gottes ansieht, wie er Mohammad (Gottes Friede sei mit ihm) als solchen betrachtet. Alle Propheten, die von Zeit zu Zeit erweckt wurden, sind für ihn Propheten des Islams, und es ist angemessen, dass das wirklich wahre Bild der Propheten vor der Welt gezeigt wird, insbesondere jener Propheten, deren Biographien und Lehren stark gelitten haben durch manche selbstsüchtige Autoren, denen es gelang, ein verzerrtes Bild dieser heiligen Personen zu schildern. Jesus Christus ist eine von denen; daraus ergibt sich, dass das Christentum, wie es heute verstanden wird, nicht das Christentum ist, welches von Jesus gelehrt wurde. Wir lesen in einem der Spräche Jesu: „Er (der Geist der Wahrheit) wird mich verherrlichen" Joh. 16 : 14) Die Verherrlichung Jesu bedeutete, dass es die Aufgabe des verheißenen Propheten sein würde, Jesus von allen Anschuldigungen zu befreien, mit denen er von Juden und anderen Feinden überhäuft wurde. Der verheißene Prophet (der Geist der Wahrheit, der unserer Meinung nach Mohammad war) musste daher erklären, dass die Geburt Jesu keinen Anlass zu Einwendungen geben sollte, da sie die Allmacht Gottes zeigte. Ferner, die ihm zugeschriebene Lehre, die ihn im höchsten Grad verletzbar machte, war nicht seine Lehre, sondern eine nachträgliche Erfindung. Auch sein Tod sollte keinen Grund zur Schmähung geben, da er nicht eines verfluchten Todes starb.

Ferner hatte Jesus die Ankunft eines großen Propheten vorausgesagt, der nach ihm kommen sollte, um die Lehren seiner Vorgänger, Jesus eingeschlossen, zu vollenden, Jesus, der letzte israelitische Prophet, der in gewissem Sinne auch ein Vorläufer Mohammads war, verdiente wohl, im Qur-ân ausführlich erwähnt zu werden. Verfolgen wir nun die Geschichte Jesu, wie der Qur-ân sie erzählt. Unter den etwa 20 Stellen, die hier angeführt werden, ist die kommende die längste:

 „Gott erwählte Adam und Noah und das Haus Abrahams und das Haus Imrans vor allen Völkern, ein Geschlecht, verwandt miteinander. Und Gott ist allhörend, allwissend. Gedenke, wie Imrans Frau sprach: „Mein Herr, Ich habe Dir gelobte was in meinem Schosse Ist, dass es Deinem Dienst geweiht sei. So nimm es an von mir; wahrlich. Du allein bist allhörend, allwissend." Doch als sie es geboren hatte, sprach sie: „Mein Herr, ich habe ein Mädchen geboren" und Gott wusste am besten, was sie zur Welt gebracht hatte, und dass der Knabe (den sie im Sinne hatte), nicht gleich dem Mädchen war (das sie geboren) „und ich habe es Maria genannt, und ich empfehle sie und ihre Nachkommen in Deine Hut vor Satan dem Verworfenen.

" So nahm ihr Herr sie gnädig an und ließ sie wachsen zu holdem Wachstum und berief den Zacharias zu ihrem Pfleger. So oft Zacharias zu ihr in die Kammer trat, fand er Speise bei ihr. Er sprach: „O Maria, woher hast du dies?" Sie antwortetet  „Es ist von Gott". Gewiss, Gott gibt, wem Er will, ohne Mass. Da betete Zacharias zu seinem Herrn und sprach: „Mein Herr, gewähre mir von Dir einen reinen Sprössling; denn wahrlich. Du bist des Gebets Erhörer.

" Und da riefen ihm die Engel zu, während er betend in der Kammer stand: „Gott gibt dir frohe Kunde von Yahya (Johannes dem Täufer), der bezeugen soll die Wahrheit eines Wortes von Gott edel und keusch und ein Prophet, der Rechtschaffenen Einer." Er sprach: „Mein Herr, wie soll mir ein Sohn werden, wo das Alter mich überkommen hat und mein Weib unfruchtbar ist?" Er antwortete: „So ist Gottes Weg, Er tut, wie Ihm gefällt."

Er sprach: „Mein Herr, bestimme mir ein Zeichen." Er antwortete: „Dein Zeichen soll sein, dass du drei Tage lang nicht zu den Menschen sprechen wirst, außer durch Gebärden. Gedenke fleißig deines Herrn und preise Ihn am Abend und am frühen Morgen."

Und gedenke, wie die Engel sprachen: „O Maria, Gott hat dich erwählt und dich gereinigt und dich auserkoren vor den Weibern aus allen Völkern. 0 Maria, sei gehorsam deinem Herrn und wirf dich nieder und bete an mit den Anbetenden."

Dies ist eine der Verkündigungen des Ungesehenen, die Wir dir offenbaren. Und du warst nicht unter ihnen, als sie ihre Pfeile warfen, (losend) wer von ihnen Marias Pfleger sein solle, noch warst du unter ihnen, als sie mit einander stritten. Wie die Engel sprachen, „O Maria, Gott gibt dir frohe Kunde von einem Wort von Ihm; sein Name soll sein der Messias, Jesus, Sohn Marias, geehrt in dieser und jener Welt, deren Einer, denen Gottesnähe gewährt ward. Und er wird zu den Menschen in der Wiege reden und im Mannesalter, und er wird von den Rechtschaffenen sein."

Sie sprach: „Mein Herr, wie soll mir ein Sohn werden, wo mich kein Mann berührt hat?" Er sprach: „So ist Gottes Weg. Er schafft, was Ihm gefällt. Wenn Er ein Ding beschließt, so spricht Er zu ihm: „Sei!", und es ist. Und Er wird ihn das Buch lehren und die Weisheit und die Thora und das Evangelium. Und wird (ihn) entsenden als einen Gesandten zu den Kindern Israels, (dass er spreche). „Ich komme zu euch mit einem Zeichen von eurem Herrn, das ist, dass ich für euch formen will (ein Gebilde) aus Ton nach Art eines Vogels, dann will ich ihm (einen neuen Geist) einhauchen und es wird ein beschwingtes Wesen werden nach Gottes Gebot, und ich will die Blinden und die Aussätzigen heuen, und die Toten lebendig machen nach Gottes Gebot; und ich will euch verkünden, was ihr essen möget und was aufspeichern in euern Häusern. Gewiss, darin ist ein Zeichen für euch, wenn ihr gläubig seid. Und ich komme zu erfüllen das, was vor mir war, nämlich die Thora; und euch einiges zu erlauben von dem, was euch vordem verboten war; und ich komme zu euch mit einem Zeichen von eurem Herrn, so fürchtet Gott und gehorchet mir. Wahrlich, Allah ist mein Herr und euer Herr, so betet Ihn an: dies ist der rechte Weg."

Und als Jesus ihren Unglauben wahrnahm, sprach er: „Wer will mein Helfer sein in Gottes Sache?" Die Jünger antworteten: „Wir sind Gottes Helfer. Wir glauben an Allah. Und bezeuge du, dass wir gehorsam sind. Unser Herr, wir glauben an das, was Du herabgesandt hast, und wir folgen diesem Gesandten. So schreibe uns ein unter die Bezeugenden."

Und sie planten, und (auch) Gott plante; und Gott ist der beste Planer. Wie Gott sprach, „O Jesus, Ich will dich (eines natürlichen Todes) sterben lassen und Ich will dich zu Mir Selbst erhöhen und dich reinigen (von den Anwürfen) derer, die ungläubig sind, und will die, die dir nachfolgen, über die setzen, die im Unglauben verharren, bis zum Tage der Auferstehung, dann ist zu Mir eure Wiederkehr, und Ich will richten zwischen euch über das, worin ihr uneins seid. Was nun die anlangt, die ungläubig sind, so will Ich sie strafen mit strenger Strafe in dieser und in jener Welt, und sie sollen keine Helfer finden. „Was aber die anlangt, die glauben und gute Werke tun, so wird Er ihnen ihren vollen Lohn auszahlen. Und Gott liebt nicht die Frevler." Das ist's, was Wir dir ansagen von den Zeichen und der weisen Ermahnung. Gewiss, der Fall Jesus' bei Gott ist gleich dem Fall Adams. Er erschuf ihn aus dem Staube, dann sprach Er zu ihm: „Sei!", und er war. (IM :34-60)

Wir sehen, wie ausführlich die Familie von Jesus erwähnt wird, um einem jeden Einwand zu begegnen, der wegen der ungewöhnlichen Weise seiner Geburt entstehen könnte. Der Qur-ân erklärt, dass nicht nur Jesus ein reiner und rechtschaffener Mensch war, sondern auch seine Mutter, Großmutter und andere Vorfahren waren gottesfürchtige, rechtschaffene Leute. Er weist auch beiläufig daraufhin, dass Jesus zu den „Kindern Israels" gesandt worden war und dass seine Mission nicht universal war. Selbst die Bibel sagt deutlich, dass die Botschaft Jesu sich nur auf die Israeliten beschränkte. Wir lesen: „Diese zwölf sandte Jesus aus und befahl ihnen und sprach: Gehet nicht auf einen Weg der Nationen, und gehet nicht in eine Stadt der Samariter; gehet aber vielmehr zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel." (Matt. 10 : 5, 6)

Um die in den obenstehenden Versen erwähnten Wunder Jesu zu verstehen, müssen wir daran erinnern, dass Jesus in Bildnissen zu reden gewohnt war, wie es steht:

 „Dies alles redete Jesus in Gleichnissen zu der Volksmenge, und ohne Gleichnisse redete er nicht zu ihnen." (Matt. 13 : 34).

 Das „Erschaffen" von Vögeln würde somit bedeuten, dass Jesus imstande war, über seine Anhänger, trotz ihrer geringen Herkunft, einen umwälzenden Einfluss auszuüben, sobald sie mit ihm in Fühlung kamen, natürlich vorausgesetzt, dass sie die Kraft des Wachstums und der Entwicklung besaßen, was die innewohnende Eigenschaft der Erde ist. Weltliche Leute, die auf der Erde kriechen und nicht vermögen, über ihre weltliche Wohlfahrt hinaus zu sehen, würden in die Vögel verwandelt, die sozusagen mit geistigen Schwingen ausgestattet sind, um in den Höhen des geistigen Firmaments hoch emporzuschwingen. Und dies geschah auch in der Tat. Die veredelnde Lehre Jesu machte einen solchen Eindruck auf die niedrigen und verachteten Fischer von Galiläa, dass sie, aufschwingenden Vögeln gleich, nach allen Ecken der Welt gingen, um die Botschaft ihres Meisters zu predigen und alle Verfolgungen auf diesem Pfade frohmutig zu ertragen.

Was die Heilung der Blinden und Aussätzigen anbelangt, so ist es möglich dass Jesus von Gott die Kraft erhalten hatte, die Kranken auch körperlich zu heilen. Aber eine schönere Interpretation, die in anschaulicher Darstellung und Poesie viel erhabener ist, ist, dass Jesus die Kraft besaß, den geistigen Blinden die geistigen Augen und den geistigen Tauben die geistigen Ohren zu gewähren. Das Wort„Aussätzige" im geistigen Sinne würde sich dann auf jene beziehen, die einen unvollkommenen Glauben haben, also Flecken der kranken Haut gemischt mit den gesunden Stellen. Der Satz über die Erweckung der Toten muss auch in diesem Sinne ausgelegt werden.

Manche christliche Autoren behaupten, einen ernsten Anachronismus im Qur-ân„entdeckt" zu haben. Der Qur-ân hat die Mutter Marias als „eine Frau von Imran" erwähnt, während Maria selbst anderswo als die „Schwester Aarons" beschrieben worden ist. Nun waren Imran und Aaron der Vater bzw. der Bruder Mose. Merkwürdig, dass Moses eine Schwester Namens Miriam hatte. Infolge ihrer Unwissenheit von der Ausdrucksweise des Arabischen sowie der des Qur-âns, meinen die Kritiker, der Qur-ân habe Maria, die Mutter Jesu, mit Miriam, der Schwester Moose, verwechselt. Tatsache ist, dass die Israeliten pflegten, ihren Kindern die Namen ihrer verstorbenen Propheten und Heiligen zu geben. Es muss bemerkt werden, dass Maria Schwester von Aaron und nicht von Moses genannt wird, der Grund dafür ist, dass das Priestertum das ausschließliche Vorrecht der Nachkommen Aarons war. In den semitischen Sprachen werden die Wörter wie „Vater", „Mutter", „Schwester" und „Bruder" im allgemeinen Sinne gebraucht, ohne dabei die Blutverwandtschaft anzudeuten. Darüber hinaus können zahlreiche Stellen aus dem Qur-ân angeführt werden, um zu zeigen, dass der Qur-ân von Moses und Jesus als zwei Propheten spricht, die von einander durch viele Generationen getrennt waren. 

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Maria - die Geburt Jesu und seine Mission

 

Nun, eine andere Stelle, die von der Geburt Jesu spricht. Sie lautet:

Und bedenke auch, was in dem Buch von Maria gesagt wird. Da sie sich zurückzog von den Ihren nach einem gen Osten blickenden Ort, und sich vor ihnen barg im Schleier, da sandten Wir Unseren Geist zu ihr, und er erschien ihr in Gestalt eines vollkommenen Mannes. Sie sprach: „Ich nehme meine Zuflucht vor dir zu dem Allerbarmer: (lass ab von mir,) wenn du Gott fürchtest." 

Er antwortete: „Ich bin nur ein Gesandter von deinem Herrn, auf dass ich dir einen reinen Sohn beschere." Sie sprach: „Wie soll mir ein Sohn werden, wo mich kein Mann berührt hat und ich auch nicht unkeusch gewesen bin?" Er antwortete: „(So wird es sein,) Denn dein Herr spricht: „Es ist Mir ein Leichtes und Wir tun dies, auf dass Wir ihn zu einem Zeichen machen für die Menschen und zu einer Barmherzigkeit von Uns, und es ist eine beschlossene Sache."

Und sie empfing ihn, und zog sich mit ihm an einen entlegenen Ort zurück. Und die Wehen der Geburt trieben sie zum Stamm einer Palme. Sie sprach: „O hätte ich doch vor diesem alles Bewusstsein verloren und wäre ganz und gar vergessen!"

Da rief es ihr von unten her zu: ..Betrübe dich nicht. Dein Herr hat unter dir ein Bächlein fließen lassen; und schüttle nur den Stamm der Palme gegen dich, so werden frische reife Datteln auf dich fallen. So iss und trink und kühle dein Auge. Und wenn du einen Menschen siehst, dann sprich: „Ich habe dem Allerbarmer ein Fasten gelobt, darum will ich heute zu keinem Wesen reden."

Dann brachte sie ihn zu ihrem Volke, indem sie ihn trug. Sie sprachen: „O Maria, du hast etwas Seltsames getan. 0 Schwester Aarons, dein Vater war kein Bösewicht, noch war deine Mutter ein unkeusches Weib!"

Da deutete sie auf ihn. Sie sprachen: „Wie sollen wir zu einem reden, der ein Kind in der Wiege ist?" Er sprach: „Ich bin ein Diener Allahs. Er hat mir das Buch gegeben und mich zu einem Propheten gemacht; und Er machte mich gesegnet, wo ich auch sein mag, und Er befahl mir Gebet und Almosen, so lange ich lebe, und Er machte mich ehrerbietig gegen meine Mutter, und Er hat mich nicht hochfahrend oder elend gemacht. Friede war über mir am Tage, da ich geboren ward, und (Friede wird über mir sein) am Tage, da ich sterben werde, und am Tage, da ich (wieder) zum Leben erweckt werde." So war Jesus, der Sohn der Maria. Das ist die Aussage der Wahrheit, an der sie zweifeln. Es ziemt Gott nicht. Sich einen Sohn zuzugesellen. Preis Ihm! Wenn Er ein Ding beschließt, so spricht Er nur zu ihm: „Sei!", und es ist. (XTX. 17-36)

Als Jesus mit klaren Beweisen kam, sprach er: „Traum, ich komme zu euch mit der Weisheit, und um euch etwas von dem zu verdeutlichen, worüber ihr uneinig seid.

So fürchtet Allah und gehorchet mir. Wahrlich, Allah, Er ist mein Herr und euer Herr. Darum dienet Ihm. Das ist der rechte Pfad."

Doch viele Parteien unter ihnen verfielen in Zwietracht. Darum wehe den Frevlem ob der Strafe eines schmerzlichen Tages. (XLIII: 64-66)

Wir sehen, wie eindeutig der Qur-ân Jesus die Lehre der Einheit Gottes zuschreibt. In der Tat ist auch die gegenwärtige Bibel voll von Versen, die unverkennbar von der Einheit Gottes berichten. Wahr, dass die Bibel den Gegenstand nicht in dem Masse betont, wie der Qur-ân, aber dieser kam um die Vielgötterei unter allen Nationen für alle Zeiten zu entwurzeln; und seine Botschaft war daher nicht auf die Hautfarbe oder auf irgend ein Zeitalter beschränkt. Bestimmt würde Jesus seine „Anhänger" heute nicht erkennen, die ihn irrtümlicherweise Gott dem Allmächtigen gleichstellen, sollte er heute in die Welt kommen.

Wir werden später darauf zurückkommen.

Wir versuchen, in dieser Abhandlung sämtliche Stellen des Qur-âns anzuführen, die die Person Jesu Christi erwähnen. Bevor wir uns den einzelnen Themata zuwenden, führen wir einige Verse an, die die Geschichte Jesu im Allgemeinen berühren.

Und wahrlich. Wir gaben Moses das Buch und ließen Gesandte folgen in seinen Pußtapfen; und Jesus, dem Sohn der Maria, gaben Wir offenkundige Zeichen und stärkten ihn mit dem Geiste der Heiligkeit. Wollt ihr denn, jedes Mal, dass ein Bote zu euch kommt mit dem, was ihr selbst nicht wünschet, hoffärtig sein und etwelche als Lügner behandeln und andere erschlagen? (11: 88)

Und Wir ließen Jesus, den Sohn der Maria, in ihren Spuren folgen, zur Erfüllung dessen, was schon vor ihm in der Thora offenbart war; und Wir gaben ihm das Evangelium, das Leitung und Licht enthielt, Erfüllung dessen, was schon vor ihm in der Thora offenbart war, und eine Leitung und Ermahnung für die Gottesfürchtigen. (V: 47)

Sprecht: „Wir glauben an Gott und was uns offenbart wurde, und was offenbart ward Abraham und Ismael, und Isaak, und Jakob und seinen Kindern, und was gegeben ward Moses und Jesus, und machen keinen Unterschied zwischen ihnen, und Ihm ergeben wir uns. (l l : 137)

Wahrlich, Wir sandten dir Offenbarung, wie Wir Noah Offenbarung sandten und den Propheten nach ihm, und Wir sandten Offenbarung Abraham und Ismael und Isaak und Jakob und (seinen) Söhnen und Jesus und Hiob und Jonas und Aaron und Salomon, und Wir gaben David ein Buch. (TV :164)

Und (Wir leiteten) Zacharias und Johannes und Jesus und Elias, alle waren sie von der Schar der Rechtschaffenen. (VI: 86

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Jesus unter seinen Jüngern

 

Seine richtige Lehre

 Der Qur-ân spricht von dem Tage, da Gott alle Propheten versammeln und sie an ihre Missionen erinnern wird, sowie an Seine Gnaden, die Er ihnen zuteil werden ließ. Von Jesus bemerkt der Qur-ân:

Dann wird Gott sprechen, „O Jesus, Sohn der Maria, gedenke Meiner Gnade gegen dich und deine Mutter; wie Ich dich stärkte mit dem Geiste der Heiligkeit, so dass du in der Wiege zu den Menschen redetest und im Mannesalter; und wie Ich dich die Schrift und die Weisheit lehrte und die Thora und das Evangelium; und wie du ein Gebilde bildetest aus Ton in Gestalt eines Vogels auf Mein Geheiß, dann hauchtest du ihm (einen neuen Geist) ein und es wurde ein beschwingtes Wesen nach Meinem Gebot; und wie du die ganz Blinden heiltest und die Lebernkranken auf Mein Gebot; und wie du die Toten erwecktest auf Mein Geheiß; und wie Ich die Kinder Israel von dir abhielt, (da sie dich töten wollten,) als du mit deutlichen Zeichen zu ihnen kämest, die Ungläubigen unter ihnen aber sprachen, „Das ist nichts als offenkundige Täuschung".

Und als Ich die Jünger Jesu bewog, an Mich und an Meinen Gesandten zu glauben, da sprachen sie, „Wir glauben, und sei Du Zeuge, dass wir gottergeben sind".

Als die Jünger sprachen, „O Jesus, Sohn der Maria, ist dein Herr imstande, uns einen Tisch mit Speise vom Himmel herabzusenden", er sprach, „Fürchtet Gott, wenn ihr Gläubige seid". Sie sprachen, „Wir begehren von Ihm zu essen, und unsere Herzen sollen im Frieden sein, und wir wollen wissen, dass du Wahrheit zu uns gesprochen hast, und wollen selbst davon Zeugen lassen."

 

Da sprach Jesus, der Sohn der Maria, „O Gott, unser Herr, sende uns einen Tisch vom Himmel herab mit Speise, dass es ein Festtag für uns sei, für den Ersten von uns und für den Letzten von uns, und ein Zeichen von Dir; und gewähre uns Versorgung, denn Du bist der beste Versorgen"

Da sprach Gott, „Siehe, Ich will ihn nie der senden zu euch; wer von euch aber danach ungläubig ist, den werde Ich strafen mit einer Strafe, womit Ich keinen anderen auf der Welt strafen werde." Und wenn Gott sprechen wird, „O Jesus, Sohn der Maria, hast du den Menschen gesagt: nehmet mich und meine Mutter als zwei Götter neben Allah? Er wird erwidern, „Preis sei Dir, es steht mir zu sagen nicht zu, was mir nicht Wahrheit ist. Hatte ich dies gesagt. Du wüsstest es bereits. Du weißt, was in meiner Seele ich aber weiß nicht, was in Deiner Seele: Wahrlich, Du bist Wisser der Geheimnisse Nichts sagte ich ihnen als das, was Du mich beauftragtest: Dienet Allah, meinem Herrn und eurem Herrn. Und ich war Zeuge über sie, solange ich unter ihnen war, nun Du mich hingenommen, bist Du Wächter über sie; und Du bist aller Dinge Zeuge. Bestrafst Du sie, so sind sie Deine Knechte, verzeihst Du ihnen, so bist Du der Allmächtige, der Allweise." (V: 111-119)

0 ihr, die ihr glaubt, seid Gottes Helfer, wie Jesus, der Sohn der Maria, zu seinen Jungem sprach, „Wer sind meine Helfer für Gott?" Die Jünger s Drachen, Wir sind Gottes Helfer". So glaubte ein Teil von den Kindern Israel, während ein Teil ungläubig blieb. Da verliehen Wir denen, die glaubten. Stärke gegen ihren Feind und sie wurden siegreich. (LXI :15)

Diese Stellen schildern das wahre Bild Jesu und spiegeln seine richtige Lehre über die Person Gottes, vor allem die Einheit Gottes, die Notwendigkeit, sich Seinem Willen zu unterwerfen und die Gefahr, sich von Seinem Pfade zu entfernen. Hier spricht der Qur-ân auf eine andere Weise die Mutter Jesu, Maria, von den Beschuldigungen der Juden frei. die diese böswillig gegen ihre Keuschheit erhoben hatten. Die Worte, „so dass du in der Wiege zu den Menschen redetest", bedeuten dass Jesus die Worte der Weisheit und Rechtschaffenheit selbst in seiner Kindheit redete; und dies gereicht Maria zu großer Ehre, da sie ihrem Kinde eine solche geistige Erziehung angedeihen ließ. Die Verse besagen, dass Gott Jesus vor dem verfluchten Tod hütete, den seine Gegner geplant hatten darüber später. Zweifelsohne war Jesus ein Prophet wie andere Propheten Gottes. Er konnte  daher nicht eine Lehre gegen die Einheit Gottes geben, da die Lehren aller Propheten sich um diesen Punkt drehten. Jede Lehre, die nicht auf der Einheit Gottes basiert, bedarf keiner anderen Beweisführung über ihren gottlosen             Ursprung; und die Christen würden der Sache Jesu den besten Dienst tun, wenn sie aufhören würden, an die Dreieinigkeit, die nach Heidentum riecht, zu glauben. Wir werden bald darauf zurückkommen.

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Gott

 

Der Qur-ân ist der größte Verfechter der Einheit Gottes und kann den Gedanken von Vielgötterei bzw. Polytheismus nicht dulden. Darum ermahnt er in den strengsten Worten diejenigen, die Einheit Gottes zu verletzen wagen. Also sagt er:

Ungläubig sind wahrlich, die da sagen, „Sicherlich ist Gott kein anderer denn der Messias, der Sohn der Maria". Sprich, „Wer möchte wohl etwas gegen Gott, wollte Er den Messias, den Sohn der Maria, zunichte machen, und seine Mutter und die die auf Erden sind?" Und Gottes ist das Königreich der Himmel und der Erde und all dessen, was zwischen ihnen ist. Er erschafft, was Er will: und Gott hat Macht über alle Dinge. (V :18)

Der obenstehende Vers bildet eine kurze, aber starke Widerlegung der Gottheit Jesu. Entweder müssten die Christen annehmen, dass Gott nicht der Allmächtige ist, oder sie müssten die schlimme Praxis aufgeben, andere Wesen Gott gleichzustellen in dem Sinne, dass sie irgendwie Seine Attribute untereinander teilen, die ausschließlich Ihm gehören. Ein kurzes Nachdenken würde zeigen, dass die Größe Jesu darin liegt, dass er ein Mensch ist und bleibt, sonst könnte er nicht als Vorbild betrachtet werden. Denn, wenn er übermenschliche Kräfte besaß, war er sicher in der Lage, viel mehr zu erreichen als wir Menschen, deren Reichweite der Errungenschaften durch menschliche Mängel und Schwächen begrenzt ist. Es ist daher wichtig, Jesus als einen Menschen anzusehen, wenn wir ihn gleichzeitig cm Vorbild für seine Anhänger nennen wollen. Anderswo erklärt der Qur-ân, alle, die für die Führung der Menschheit gesandt worden sind, waren Menschen. Sie wären nur dann übermenschlich gewesen, wenn auf Erden auch übermenschliche Wesen lebten.

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Die Dreieinigkeit

 

Der Qur-ân spart bei der Behandlung der angeblichen Gottheit Jesu. nicht mit starken Ausdrücken, wenn er diesen heidnischen Gedanken verwirft. Er erklärt:

Fürwahr, ungläubig sind, die da sprechen, „Gewiss, Gott ist kein anderer denn der Messias, der Sohn der Maria", während der Messias doch selbst gesagt hat, „O Kinder Israel, betet Allah an. Der mein Herr ist und euer Herr". Wahrlich, wer Gott Ebenbilder zugesellt, dem hat Gott den Himmel verwehrt, und das Feuer wird seine Wohnstatt sein. Und die Frevler sollen keine Helfer finden.

Ungläubig sind wahrlich, die da sprechen, „Gott ist der Dritte von Dreien"; es gibt keinen Gott als den Einen Einzigen Gott. Und wenn sie nicht abstehen von dem, was sie sagen, wahrlich, so wird die unter ihnen, die weiter dem Unglauben huldigen, eine schmerzliche Strafe ereilen. Wollen sie denn nicht umkehren zu Gott und Seine Verzeihung erbitten? Und Gott ist allverzeihend und barmherzig.

Der Messias, der Sohn der Maria, war nur ein Gesandter; gewiss, andere Gesandte          (seiner Art) sind ihm vorausgegangen. Und seine Mutter war ein wahrhaftiges Weib. Beide pflegten sie Speise zu sich zu nehmen. Sieh, wie Wir die Zeichen zu (           ihrem Besten erklären, und sieh, wie sie sich abwandten. (V :73-76)

0 Volk der Schrift, überschreitet nicht die Grenzen in eurem Glauben und saget von Gott nichts als die Wahrheit. Wahrlich, der Messias, Jesus, der Sohn der Maria, war nur ein Gesandter Gottes, und (eine Erfüllung) Seines Wortes, das Er niedersandte zu Maria, und eine Begnadung von Ihm. Glaubet also an Gott und an Seine Gesandten, und sprechet nicht, „ (Sie sind) drei". Stehet ab davon, das wird für euch besser sein. Wahrlich, Gott ist nur ein Einiger Gott. Fern ist es von Seiner Heiligkeit, dass Er einen Sohn haben sollte. Sein ist, was nur in den Himmeln und auf Erde ist; und Gott genügt als Beschützer.

Gewiss, der Messias wird es nie verschmähen, ein Diener Allahs zu sein, noch tun es die gottnahen Engel; und wer es verschmäht. Ihn anzubeten, und sich zu stolz fühlt - Er wird sie alle zu Sich versammeln. (TV : 172,173)

Der christliche Lehrsatz, Jesus sei der Sohn Gottes, wird im Qur-ân ausgeführt indem er ihn auf die alten Glaubenssätze der vorchristlichen Völker zurückverfolgt. So weist der Qur-ân auf eine schöne Weise auf die Quellen des gegenwärtigen Christentums hin:

Und die Juden sagen, Esra ist Gottes Sohn, und die Christen sagen, der Messias ist

Gottes Sohn. Das ist das Wort ihres Mundes. Sie ahnen die Rede derer nach, die vor ihnen ungläubig waren. Gottes Fluch über sie! Wie sind sie irregeleitet!' Sie haben sich ihre Schriftgelehrten und Mönche zu Herren genommen neben Gott und so auch den Messias, den Sohn der Maria. Und doch war ihnen geboten, allein den Einigen Gott anzubeten. Es ist kein Gott außer Ihm. Allzu heilig ist Er für das, was sie Ihm beigesellen. (IX: 30,31)

Wir haben gesehen, wie schonungslos der Qur-ân die heutigen Lehrsätze des  Christentums verurteilt Ein Wort über „Gottes Fluch über sie!" Nach der  arabischen Ausdrucksweise stellen diese Worte eine Voraussagung über die Vernichtung der betreffenden Völker dar; sie enthalten keine Verwünschung.

Der Qur-ân meint, dass diese Lehrsätze durch keinen Propheten gelehrt wurden, sondern sie wurden von den Heiden geborgt, die ähnliche Glaubenssätze hatten. Es ist interessant zu bemerken, dass diese Seite der Quellen des Christentums bis vor zwei Jahrhunderten der Welt unbekannt war, aber der Qur-ân hatte die Welt schon seit 1400 Jahren darauf aufmerksam gemacht. Wir brauchen nur die religiösen Grundlagen mancher heidnischer Völker zu studieren, die diesen Punkt veranschaulichen. Nachfolgend einige Beispiele:

Zur Zeit der Geburt Christi war die Sonnenverehrung in vielen Ländern verbreitet. Es gab Tempel auf der ganzen Welt, die den Göttern wie Apollo oder Dionysus (Griechen), Hereules (Römer), Mithra (Perser), Adonis und Attis (Syrien und Phrygien), Osiris, Isis und Horus (Ägypten), Baal und Astarte (Babylonien, Phönizien und Palästina) geweiht waren. Von allen diesen Göttern glaubte man das Folgende:

Sie wurden am oder um den Weihnachtstag geboren, von einer Jungfrau in einer Höhle. Sie führten ein Leben der Mühsal für die Menschheit, und hießen Lichtbringer, Heiler, Vermittler, Heiland und Erlöser. Die Mächte der Dunkelheit besiegten sie und sie wurden in die Hölle oder Unterwelt gerührt. Aber sie auferstanden von den Toten. Sie gründeten Gemeinschaften von Heiligen und auch Kirchen; die Jünger wurden in diese Gemeinschaften durch Taufe aufgenommen. Sie wurden durch das heilige Mahl gefeiert.

Kurz, die Art der Geburt dieser Sonnengötter (d.h. von Jungfrauen und um die gleiche Jahreszeit geboren), ihr Tod durch Kreuzigung oder ähnliche Mittel, ihre Auferstehung, ihre Namen wie Erlöser und Heiland, beweist ohne den geringsten Zweifel, dass dies alles heidnische Lehre ist. Klingt es daher nicht ironisch, dass Jesus, der kam, um die Einheit Gottes wieder herzustellen und das Heidentum auszurotten, selbst als ein heidnischer Gott angesehen wird? Dies entspricht einer groben Ungerechtigkeit Jesus gegenüber, und es war die Aufgabe des Heiligen Qur-âns, einen der heiligen Propheten Gottes zu verteidigen (Gottes Friede sei mit ihm). Kein Wunder, dass der Reaktionär dazu geneigt ist, Jesus weder als Gott noch als Mensch, sondern als Mythos anzusehen. Schuld daran sind diejenigen, die behaupten, Anhänger Jesu zu sein; sie haben jedoch die göttliche Lehre dieses edlen Mannes zu einem Mischmasch gemacht, an den wenige heute glauben können, ohne Beweise für diese Behauptungen zu verlangen.

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Beschuldigungen der Juden

 

In den folgenden Versen spricht der Qur-ân von den Beschuldigungen, die die

Gegner Jesu gegen ihn und seine Mutter erhoben:

Und weil sie ungläubig waren und wider Maria eine schwere Verleumdung aussprachen, und weil sie sagten, „Wir haben den Messias, Jesus, den Sohn der Maria, den Gesandten Gottes, getötet"; während sie ihn doch weder erschlugen noch kreuzigten, sondern er sollte ihnen nur erscheinen gleich (einem Gekreuzigten); und diejenigen, die in dieser Sache uneins sind, sind wahrlich im Zweifel .darüber; sie haben keine bestimmte Kunde davon, sondern folgen bloß einer Vermutung; und sie setzten diese Vermutung nicht in Gewissheit um. Vielmehr hat Gott ihn zu Sich Selbst erhoben, und Gott ist mächtig weise 0V-157-159).

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Tatsachen über die Kreuzigung Jesu

 

Der Heilige Qur-ân hat die Kreuzigung Jesu an mehreren Stellen behandelt.

Zweifelsohne bildet der Lehrsatz über den Kreuzestod Jesu das Rückgrat des gegenwärtigen Christentums. Um die Ungereimtheit dieses falschen Lehrsatzes darzutun, war es nötig, dass der Qur-ân die Tatsachen über die Kreuzigung verkündete. So hat er in den vorangehenden Versen erklärt, dass die Juden Jesus weder töteten noch kreuzigten. Das arabische Wort für Kreuzigung bedeutet, Tod am Kreuz. Somit heißt, bloß ans Kreuz geschlagen zu sein, nicht Kreuzigung nach der Ausdrucksweise des Qur-âns.

Zwei verschiedene Meinungen über den Tod Jesu hatten sich unter den Juden verbreitet. Manche glaubten, dass er zuerst getötet und dann ans Kreuz genagelt worden sei, während die anderen meinten, er habe seinen Tod am Kreuz gefunden. Der Qur-ân widerlegt beide dieser Mutmaßungen. Es kann mit Bestimmtheit gesagt werden, dass die Juden nie dessen sicher waren, dass Jesus am Kreuz wirklich starb. Diese Ungewissheit der Juden wird sowohl von der Bibel als auch vom glaubenswürdigen historischen Zeugnis unterstützt. Betrachten wir die folgenden Tatsachen über die Begebenheit von der Kreuzigung Jesu:

 l) Jesus hatte selbst seine Errettung vom Kreuz vorausgesagt. Er wollte das Zeichen Jonas zeigen (Matt. 12 : 40), der lebendig war im Bauche des großen  Fisches, wie Jesus bestimmt war, lebendig im Herzen der Erde zu sein.

2) Der Richter, Pilatus, glaubte an die Schuldlosigkeit Jesu und war aus Erbarmen sehr besorgt, um sein Leben zu retten (Matt. 27 : 17, 18; Markus 15 : 9, 10, 14; Lukas 23 : 4, 14, 15, 20, 22;Joh. 18 : 38, 39). Der Frau Pilatus' wurde durch eine Vision die Schuldlosigkeit Jesu offenbart. Diese himmlische Warnung ließ sie ihrem Manne ausrichten (Matth. 27 :19), welches Pilatus in seinem Glauben an die Schuldlosigkeit Jesu gestärkt haben muss. Tatsächlich wusch er seine Hände und erklärte:

Ich bin schuldlos an dem Blute dieses Gerechten". (Matt. 27.-24). 3)

3)Aus seiner Überzeugung von der Schuldlosigkeit Jesu. tat Pilatus alles, was in seiner Macht lag, Jesus zu retten. Selbst die Soldaten, offenbar auf Pilatus' Geheiß, betrugen sich sehr nett Jesus gegenüber. Pilatus zögerte, das Urteil zu fällen, bis er sicher war, dass, angesichts der Nähe des Sabbat, Jesus nur für wenige Stunden am Kreuz bleiben würde. Jesus bekam Wein oder Essig vermischt mit Galle (Myrrhen), um ihm seine Schmerzen zu erleichtem. Den zwei Dieben, die neben ihm waren, gab man kein solches Getränk.

4) Die durch den Trank erfolgte Bewusstlosigkeit wurde versehentlich für den Tod gehalten (Job. 19 : 30).

5) Jesus blieb am Kreuz für etwa drei Stunden (Job. 19. 14; Matt. 27 : 46) oder, Markus zufolge, sechs Stunden (15 : 25, 33). Diese Zeit war keinesfalls genug, um einen jungen Mann wie Jesus am Kreuz zu töten. Darum wunderte sich Pilatus, „dass er schon gestorben sei" (Mark. 15 : 44). Pilatus war ein erfahrener Richter und muss Tausende gekreuzigt haben.

6) Die Soldaten brachen die Beine Jesu nicht, hingegen wurden die Beine beider Verbrecher, die neben Jesus gekreuzigt wurden, gebrochen (Joh. 19 :32, 33).

7) Jesus wurde nicht in der Erde begraben, sondern er wurde in eine in Felsen gehauene Gruft gelegt, die in einem Privatgarten lag (Markus 15 :46).

8) Dass Jesus noch am Leben war als er vom Kreuz abgenommen wurde, wird weiter durch die Furcht der Juden gezeigt, die nicht sicher waren, dass er wirklich gestorben sei. Darum ersuchten sie Pilatus, Jesu Beine brechen zu lassen (Joh. 19 : 31).

9) Der Zweifel am Tode Jesu und die Furcht, er könne mittels der Hilfe seiner Mitfühlenden der Grabstätte entrinnen, entzündete sich in den Herzen der Juden. Sie erinnerten sich auch an die Prophezeiung Jesu, dass er ihnen das Zeichen Jonas zeigen und aus dem Bauche der Erde lebend herauskommen werde. Unter dem Druck dieser Befürchtungen gingen daher die Priester und die Pharisäer zu Pilatus und sagten: „Herr, wir haben uns erinnert, dass jener Verführer sagte, als er noch lebte: nach drei Tagen stehe ich wieder auf. So befiehl nun, dass das Grab gesichert werde bis zum dritten Tage" (Matt. 27 :63, 64). Pilatus aber wies sie an, ihre eigenen Maßnahmen zu treffen. Wir merken hier wieder, wie Pilatus alles ablehnt, was Jesu Rettung verunmöglichen oder erschweren könnte. Daraufgingen die Juden und sicherten das Grab mit der Wache „nachdem sie den Stein versiegelt hatten" (Matt. 27. 66).

10) Trotz der Wache und anderer Vorkehrungen hatte Jesus das Grab verlassen, Y            bevor der dritte Tag anbrach, welches zeigt, dass die Wache selbst ein Bündnis mit den Freunden Jesu geschlossen hatte.

11) Nachdem Jesus die Gruft verließ, wandelte er geheim umher, immer noch in seinem Reisch, so dass die Juden ihn wieder nicht verhaften lassen konnten (Markus 16 :12;Joh. 20 :19, 26; 21 : 4). Wäre Jesus seinen Jungem nur im Geist, und nicht im Heisch, erschienen, so hätte er kein Bedürfnis, solche Maßnahmen zu treffen und Furcht vor den Juden zu haben. Maria Magdalene und andere Jünger Christi sahen ihn in der Tat im Heisch (Markus 16 : 9,12). Als aber manche den Zweifel hegten, er sei nicht derselbe, zeigte Jesus ihnen seine Wunden, um ihnen zu versichern, dass er kein Geist, sondern ein Mensch im Fleisch und Blut war (Lukas24: 39,40; Joh. 20 : 27).

12) Jesus fühlte sich hungrig, als er die Gruft verließ und speiste mit seinen

Jungem (Joh. 21: 5,13; Lukas 24:41-43).

Diese Tatsachen beweisen klar, dass Jesus nicht am Kreuze starb, dass er vom Kreuze im bewusstlosen Zustand abgenommen wurde und, nachdem er von seinen ergebenen Freunden mit Sorgfalt gepflegt worden war, kam er zum Bewusstsein und verließ die Gruft lebend, wie er auch prophezeit hatte.

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Seine Flucht

                              

Die Frage lässt sich stellen: Wohin ging denn Jesus nach der Kreuzigung? Der Qur-ân lässt diese Frage nicht unbeantwortet. Er sagt:

Und Wir machten den Sohn der Maria und seine Mutter zu einem Zeichen und           gaben ihnen Zuflucht auf einem Hügel mit einer grünen Talmulde und dem fließenden Wasser von Quellen. (XXIII :51)                                          

Jesus hatte selbst gesagt: „Und ich habe andere Schafe, die nicht aus diesem Hofe sind; auch diese muss ich bringen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde, ein Hirte sein" (Job. 10 :16). Er bezog sich auf die 1.0 verlorenen Stämme Israels (nur zwei Stämme lebten in Palästina), die in Afghanistan, Kashmir und anderen Ländern zerstreut waren. Nach seiner wunderbaren Rettung ging er also nach dem Osten auf die Suche dieser Stämme. Er liegt immer noch unter diesen Stämmen begraben im Tal von Kashmir, das das Heilige Wort Gottes als einen „Hügel mit einer grünen Talmulde" mit „dem fließenden Wasser von Quellen" beschrieben hat. Es geht über den Umfang dieser kurzen Abhandlung hinaus, bei dem geschichtlichen Zeugnis zu weilen, das bewiesen hat, dass der Bewohner des Grabmals in Srinagar, Kashmir, kein anderer ist als Jesus, der Sohn der Maria, der, der örtlichen Tradition zufolge, dort vor etwa 2000 Jahren ankam und „der Prinz-Prophet Yus asaf (oder Jesus)" hieß.

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Die Verderbtheit der Christen

 

Nun folgen zwei Verse über die verderbte Lage der Christen und über den Bund der Propheten:

Dann ließen Wir Unsere Gesandten ihren Spuren folgen: und Wir ließen Jesus, den Sohn der Maria, ihnen folgen, und Wir gaben Ihm das Evangelium. Und in die Herzen derer, die ihm folgten, legten Wir Güte und Barmherzigkeit. Das Mönchstum jedoch, das sie sich erfanden, das schrieben Wir ihnen nicht vor. Wir geboten nur das Trachten nach Gottes Wohlgefallen: doch sie befolgten es nicht mit richtiger Befolgung. Dennoch gaben Wir denen unter ihnen, die gläubig waren, ihren (zukommenden) Lohn, aber viele von ihnen sind ruchlos. (LVII :28) Und gedenke, da Wir mit den Propheten den Bund eingingen, und mit dir, und mit Noah, und Abraham und Moses und mit Jesus, dem Sohn der Maria. Wir gingen mit ihnen einen feierlichen Bund ein. (XXXIII :8)

Der oben erwähnte Bund sind die Prophezeiungen der früheren Propheten, die die Ankunft des Heiligen Propheten Mohammad voraussagten. Da er in Übereinstimmung mit den Prophezeiungen aller Propheten kam, waren die Anhänger jener Propheten verpflichtet, ihn anzunehmen. Was die Prophezeiungen in der Bibel anbetrifft, so sind diese in den folgenden Büchern zu finden:

Jesaja, 21 :13-15; 5. Mose 18 :18; 33 : 2;Joh. 14 : 25,26; 16 : 7-13.

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Prophezeiung über den Islam

 

Und gedenke, da Jesus, der Sohn der Maria, sprach: „O ihr Kinder Israel, ich bin Gottes Gesandter an euch, Erfüller dessen, was von der Thora vor mir ist, und Bringet der frohen Botschaft von einem Gesandten, der nach mir kommen wird. Sein Name wird AHMAD sein! Und wenn er zu ihnen kommen wird mit deutlichen Zeichen, werden sie sprechen, „Das ist offenkundiger Betrug". (LXI:7)

Es ist eine unumstrittene Tatsache, dass Jesus nie behauptete, die Vollendung gebracht zu haben. Er hob sogar die Notwendigkeit der Ankunft eines anderen Propheten hervor, der nach ihm kommen und der Welt eine vollendete Lehre geben sollte. So sagt er:

„Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was irgend er hören wird, wird er reden, und das Kommende wird er euch verkündigen." (Job16 :12,13)

Es wäre nicht vernünftig anzunehmen, dass Jesus hier von etwas Abstraktem sprach, z.B. vom Heiligen Geist, da der Heilige Geist Jesus immer während seiner Berufung begleitete, wie er jeden Propheten und Gottesmann begleitet. Jesus bezog sich entschieden auf die Ankunft des Heiligen Propheten Mohammad, der das vollkommene Gesetz brachte, den Heiligen Qur-ân. Es muss daran erinnert werden, dass der vorangehende Vers des Qur-âns sich auf die Wiedergeburt des Islams in diesem Zeitalter bezieht. Wahr, dass „Ahmad" einer der Namen des Propheten Mohammad war, aber sein wirklicher Eigenname war „Mohammad". Er hatte immerhin die Ankunft eines Stellvertreters von ihm vorausgesagt, der bestimmt war, zu kommen und die richtige Bedeutung der Lehre des Qur-âns darzulegen und den Islam unter seinen trägen Anhängern zu erneuern. Sein Name war Ahmad und er war der Begründer der Ahmadiyya Bewegung des Islams. Es wird noch Näheres über ihn gesagt werden.

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Eine Religion

 

Die letzte Stelle desQur-âns, die den Namen Jesu erwähnt, spricht von dem           göttlichen Plan, eine einzige Religion in die Welt zu schicken. Es ist falsch zu behaupten, dass es mehrere Religionen in der Welt gibt. Die Religion bleibt eine, obwohl unglücklicherweise die Anhänger der verschiedenen Propheten sich  anschicken, die unvollendeten Lehren der betreffenden Propheten als die letzte Botschaft Gottes anzusehen und so jede weiteren Offenbarungen von Gott auszuschließen. Der Qur-ân sagt:

Er verordnet für euch eine Glaubenslehre, die Er Noah anbefahl, und die Wir dir offenbart haben, und die Wir Abraham und Moses und Jesus auf die Seele banden: Nämlich, bleibet standhaft im Gehorsam, und seid nicht gespalten darin. Hart ist für die Heiden das, wozu du sie aufrufst. Gott erwählt Sich, wen Er will, und leitet zu Sich, wer sich (zu Ihm) wendet. (XLII: 14)

Dieser Vers legt dar, dass die Lehren der verschiedenen Propheten das eine Ziel hatten: der Menschheit eine vollkommene Religion zu geben. In diesem Sinne hatten die Botschaften Abrahams, Moses, Jesu und anderer zur Aufgabe, die Menschheit für den Zeitpunkt vorzubereiten, an dem sie das letzte Gesetz empfangen und aufnehmen könnte, das bestimmt war, später herabgesandt zu werden, durch den Heiligen Propheten Mohammad, Gottes Friede sei mit ihm, sowie mit allen anderen Propheten.

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Gegenwärtige Lage der Christlichen Völker

 

Dies sind die Stellen, die direkten Bezug auf die Geschichte von Jesus nehmen. Die Abhandlung wäre unzureichend, wenn wir nicht folgende Verse anführten, die von der Lage der gegenwärtigen christlichen Völker, auch wenn diese Nationen nicht genannt worden sind, berichten:

Im Namen Gottes, des Gnädigen, des Barmherzigen. Preis sei Allah, Der Seinem Diener das Buch offenbarte und nichts Krummes darein legte. Er hat es zu einem Wächter gemacht, damit es strenge Strafe von Ihm androhe und damit es den Gläubigen, die gute Taten tun, die frohe Botschaft bringe, dass sie einen schönen Lohn empfangen werden, worin sie weilen werden immerdar, und damit es jene warne, die da sagen, „Gott hat Sich einen Sohn beigesellt". Sie haben keinerlei Kenntnis davon, noch hatten es ihre Väter vor ihnen. Abscheulich ist das Wort, das aus ihrem Munde kommt. Sie sprechen nichts als Lüge.

Am Ende wirst du dich zu Tode grämen über ihre Trennung, wenn sie dieser Rede nicht glauben.

Siehe, Wir schufen alles, was auf Erden ist, zu einem Schmuck für sie, auf dass Wir sie prüfen möchten, wer unter ihnen der beste im Wirken ist. Und siehe. Wir werden alles, was auf ihr ist, in dürren Wüstenstaub verwandeln...

Und an jenem Tage werden Wir die einen von ihnen wie Wogen gegen die ändern anstürmen lassen, und es wird die Trompete geblasen werden. Dann werden Wir sie versammeln allzumal. Und vor Augen stellen Wir an jenem Tage – furchtbare Vorstellung! den Ungläubigen die Hölle. Ihnen, deren Augen unter einer Hülle waren, allen Gedanken an Mich fernzuhalten, und die nicht einmal hören konnten. Wähnen die Ungläubigen etwa, sie könnten Meine Diener zu Beschützern nehmen statt Mich? Wahrlich, Wir haben den Ungläubigen die Hölle zur Wohnstatt bereitet. Sprich „Sollen Wir euch die nennen, die in ihren Werken die größten Verlierer sein werden? Die, deren Mühe verloren ist im Suchen nach den Dingen des irdischen Lebens, und sie denken, dass sie gar Gutes tun." Das sind jene, die nicht an die Zeichen ihres Herrn glauben und nicht an die Begegnung mit Ihm. So sind ihre Werke nichtig, und am Tage der Auferstehung werden Wir ihnen kein Gewicht geben. Dies ist ihr Lohn, die Hölle: weil sie ungläubig waren und Spott trieben mit Meinen Zeichen und Meinen Gesandten. Wahrlich, jene, die da glauben und gute Taten tun, sie werden des Paradieses Gärten zur Gaststätte haben, darin sie weilen werden immerdar, von diesen werden sie keinen Wechsel begehren. Sprich, „Wäre das Meer Tinte für die Worte meines Herrn, wahrlich, das Meer würde versiegen, ehe die Worte meines Herrn zu Ende gingen, auch wenn Wir noch ein Gleiches zur Hilfe brächten," Sprich, „Ich bin nur ein Mensch wie ihr, doch ich bin der Empfänger der Offenbarung, dass euer Gott ein Einiger Gott ist. Möge denn der, der seinem Herrn zu begegnen hofft, gute Taten tun, und möge er keinen ändern Gott einbeziehen in den Dienst seines Herrn." (Aus derSura XVIII)

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Die Zweite Ankunft Jesu

 

Wie darauf schon hingewiesen worden ist, sind die Prophezeiungen über die zweite Ankunft Jesu, in der Person des Hazrat Mirza Ghulam Ahmad von Qadian, Indien, in Erfüllung gegangen, der kam, um die vollendete Lehre zu erneuern, die nach Jesu Verheißungen schon vorhanden war. Hazrat Ahmad, der Verheißene Messias, ist nicht nur für die Muslims erweckt worden, sondern auch für die Christen. Er hat nochmals die Aufmerksamkeit der Christen auf die falschen Lehrsätze gelenkt, die sich ins Christentum unter dem Einfluss des Heidentums eingeschlichen haben. Der Verheißene Messias lebte von 1835 bis 1908. Es ist am Platze, hier einiges aus seinen Schriften wiederzugeben, was die Falschheit der gegenwärtigen christlichen Lehrsätze betrifft. Er spricht mit der Stimme der Autorität, unterstützt vom Heiligen Geist:

 „Jesus fand die Juden in derselben Lage, wie ich die Welt angetroffen habe. Wie <           Unglaube die Gottesliebe aus den Herzen der Juden vertrieben und ihre Moral verdorben hatte, ebenso hat die Welt heute aufgehört, Gott zu lieben. Ich bin gesandt worden, um die Wahrheit und den Glauben wiederherzustellen und die Liebe und Furcht Gottes in den Herzen der Menschen wieder zu erwecken. Dies allein ist der Zweck meines Daseins..."   

„Christus (der Friede Gottes sei mit ihm) ist mir öfters im Traum begegnet und auch mehrere Male im Wachen erschienen. Er aß mit mir an demselben Tische. Einst sah ich ihn und fragte ihn nach den Irrtümern seiner Anhänger. Darauf wurde er traurig und pries Gott und lobte und huldigte Ihm. Er wies auf die Erde und sprach: ,Ich bin nur ein irdisches Wesen und sage mich von den Anschuldigungen, die sie gegen mich erheben, los'. Ich fand ihn bescheiden und demütig."

„Zu den wunderbaren Dingen, die mir Gott zuteil werden ließ, gehört auch, dass ich im Wachen Jesus Christus oft gesehen habe. Ich habe mich erkundigt nach seiner Lehre. Es ist merkwürdig, dass Hazrat Jesus Christus diese Glaubenslehren, d.h. Versöhnung, Dreieinigkeit, und Glaube an Jesus als Sohn Gottes rundweg verleugnet. Er sieht dies als eine der größten Verleumdungen an, (dass man ihm diese Glaubenslehren zuschreiben will)."

„Ihr Christen Europas und Amerikas und Ihr Sucher der Wahrheit, wisset, dass der Messias, der kommen sollte, erschienen ist, und dass er es ist, welcher m diesem Augenblick zu euch spricht. Ihr alle, die ihr das beständige Glück und das ewige Seelenheil begehrt, flieget zu mir, denn hier ist der Quellbronn, der euch vor allem Unlauteren reinigen und euch die Erlösung bringen wird, welche die Frucht der Gewissheit und ein starker Glaube und das vollkommene Wissen ist. Seid gewiss, dass euer Vertrauen in das Blut Jesu vergebens ist. Wäre er nicht einmal, sondern eintausendmal gekreuzigt worden, auch dann hätte er euch nicht retten können. Die Erlösung liegt in Glaube und Liebe und Gewissheit und nicht im Blute eines Menschen."

„O Leute! höret die Prophezeiung des Schöpfers der Erde und des Himmels: Er wird Seine Gemeinde in allen Ländern verbreiten und wird ihnen die Übermacht geben durch Aufklärung und Argumente. Die Zeit kommt, ja nah sind die Tage, da es nur noch diese eine Religion in der Welt geben wird, die an höchster Stelle stehen wird. Gott wird diese Religion und diese Bewegung außergewöhnlich segnen und wird jeden, der sie ausrotten will, vernichten. Diese Übermacht wird ewig bleiben bis zum letzten Tage -... Wisset, dass niemand vom Himmel herunterkommen wird ... Alle unsere noch lebendigen Gegner werden sterben und ihre Kinder und die Kinder ihrer Kinder werden auch sterben, sie aber werden den Sohn Marias nicht vom Himmel herunterkommen sehen. Dann wird Gott sie ängstlich machen und sie werden sich fragen: Warum ist Jesus, der Sohn Marias nicht vom Himmel gekommen? Da die Epoche der Vorherrschaft des Glaubens an die Kreuzigung Christi vorbei ist, und die Welt ihr Gesicht geändert hat, so wird dieser Glaube den Weisen verleidet sein."

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Abschließende Bemerkungen

 

Nun, da wir die Geschichte Jesu in den Worten des Heiligen Qur-âns gehört haben, scheint es angebracht zu sein, über die Feststellungen des Qur-âns nachzudenken. Vorurteile beiseite, wir wollen die Version der Geschichte herzlich begrüssen, die unserer Vernunft Rechnung trägt, und, falls wir an Gott glauben, welche im Einklang mit Seiner erhabenen Person steht. Der Qur-ân sagt, dass Jesus ein Mensch war, dass er für die Führung der Völker gesandt wurde, an die seine Botschaft gerichtet war, er lebte ein reifes Leben und beschäftigte sich mit der Ausführung der Aufgabe, mit der er betraut worden war, und dann starb er eines natürlichen Todes, nachdem er in den Herzen seiner Anhänger den wahren Glauben an Gott hergestellt hatte. Er kam in die Welt als Mensch und verließ sie als Mensch. Er war sicherlich ein heiliger Mensch. Seine ersten Jünger waren auch heilige Menschen. Aber seine Identität mit Gott ist ein Zerrbild, wie es das heutige Christentum darstellt. Versuche werden gemacht, um ihn durch seine Vergöttlichung zu verherrlichen, aber diese Versuche tragen zu einer Herabwürdigung seiner geistigen Würde bei. Nichts ist widersinniger, als zu behaupten, dass er die Lehrsätze von Erlösung durch Blutbad, Gottessohn, Dreieinigkeit usw. lehrte. Solche Gedanken ihm zuzuschreiben, machen ihn unruhig in seinem Grab.

Wie der menschliche Geist auf dem Pfade des Fortschritts und der Entwicklung weiterschreitet, beginnen mehr und mehr Menschen die Rationalität dieser Lehrsätze zu bezweifeln. Der Einfluss der Kirche auf die christliche Gesinnung, der dadurch ermöglicht wurde, weil die Leute bisher im Dunkeln über die Lehren des Qur-âns waren, ist jetzt am Abnehmen. Es ist nicht möglich, alle Menschen für alle Zeiten zu betrügen. Wir sind sicher, dass die Wahrheit auch für die Christen sich aufbrechen wird, wie sie schon denjenigen klar geworden ist, die den Mut haben, ihre Meinung zu äußern und welche nicht mehr bereit sind, das Joch des legendären Glaubens zu tragen, der in diesen Zeiten der Aufklärung mehr und mehr unannehmbar wird. Darum wird die Zahl der Kirchenbesucher immer kleiner und kleiner. Kein Wunder, dass die Missionstätigkeiten der christlichen Organisationen jetzt nicht mehr die Früchte tragen, die sie vor einigen Jahrzehnten zeitigten.

Hoffen wir, dass der Westen, der in Naturwissenschaft und Technik große Fortschritte gemacht hat, sein Gesicht auch für die verborgenen religiösen Wahrheiten erhalten wird, die durch die heiligen Propheten Gottes gepredigt wurden.

Totale Versunkenheit in das weltliche Streben und die Ergebenheit zu dem Schöpfer. 

liegen wie Pole auseinander. Aber der gänzlichen materialistischen Haltung der überwiegend christlichen Nationen hegt etwas zugrunde: Der Lehrsatz der Erlösung durch das Blut eines Menschen gab ihnen die falsche Hoffnung und in der Folge verwickelten sie sich ausschließlich in das weltliche Trachten. Aber zu welch einem Stocken hat es gerührt.

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