Häufig gestellte Fragen über Islam

Frage : Unter welchen Umständen ist im Islam die Abtreibung erlaubt ?

Antwort : Wenn die Gefahr besteht, dass bei der Niederkunft das Leben der Mutter ernsthaft gefährdet würde, dann erlaubt der Islam die Abtreibung nach dem Prinzip, das bestehende Leben zu retten. Aber in der heutigen Zeit wird mit der Abtreibung viel Unfug getrieben. Die einen lassen die Abtreibung vornehmen, weil sie Angst haben vor der mit einer Geburt verbundenen Verantwortung, die anderen wollen überhaupt keine Kinder haben, um ihren Lebensstandard oder ihre Freiheit nicht opfern zu müssen.

Die einen tun es aus Feigheit, die anderen aus Selbstsucht. Dann gibt es

Leute, die die so genannte Familienplanung aus wirtschaftlichen Gründen praktizieren. Auch dies verbietet der Islam. Vor allem ist die Angst vor der Knappheit der Nahrungsmittel unbegründet. Der Qur-ân sagt darüber:

Sprich: Kommt her, ich will vortragen, was euer Herr euch verboten hat: Ihr sollt Ihm nichts zur Seite stellen - und Güte erzeigen den Eltern -; und ihr sollt eure Kinder nicht töten aus Armut. Wir sorgen ja für euch und für sie... (6:152)

Anderswo heißt es:

Tötet eure Kinder nicht aus Furcht vor Armut; Wir sorgen für sie und für euch. Fürwahr, sie zu töten ist eine große Sünde. (l7:32)

«Töten von Kindern» steht hier für den Schwangerschaftsabbruch, was dann streng verboten ist, wenn eine Familie oder ein ganzes Volk dies aus der vermeintlichen Furcht vor der so genannten Bevölkerungsexplosion, verbunden mit den immer knapper werdenden Nahrungsmitteln, praktiziert. Die von Zeit zu Zeit vorkommende Knappheit der Nahrungsmittel ist auf die Unzulänglichkeit der Menschen zurückzuführen. Wie es heißt «Wir sorgen ja für euch und für sie», ist Gott der Versorger; Er lässt nicht die Kinder in die Welt kommen, ohne auch für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Die Versorgungsmittel sind auf der ganzen Welt in Hülle und Fülle vorhanden. Hungersnöte plagen einige Gegenden der Welt nicht deswegen, weil Gott für sie die Grundlagen nicht bereitgestellt hat, um genügend Nahrungsmittel aus den Schätzen zu schöpfen, die Gott für Seine Schöpfung geschaffen hat. Wenn sich die Menschen die vorhandenen, und zum Teil verborgenen, Nahrungsmittel nicht zunutze machen oder aus politischen und volkswirtschaftlichen Gründen es bei der gerechten Verteilung hapert, dann gibt es einerseits die Habenichtse, die Hunger leiden, und andererseits jene, die in Saus und Braus leben und ihre überflüssigen Nahrungsmittel - seien es Butterberge, Fleischberge, Tomaten, Weizen oder andere Produkte - vernichten müssen.

 Der Gedanke, der Schöpfer h     habe es unterlassen, für Seine Schöpfung genügend Lebensmittel bereitzustellen, und darum sollte die Versorgungslücke durch andere geschlossen werden, ist das Schirk - die Gleichstellung anderer Wesen mit Gott -, was der Qur-ân mit den Worten verbietet «Ihr sollt Ihm nichts zur Seite stellen». Das «Töten von Kindern» wird als «eine große Sünde» bezeichnet.

Noch ein anderer Aspekt dieses Problems muss erwähnt werden. Eine Art Familienplanung hat der Islam bereits im Zusammenhang mit den Pflichten der Kinder gegenüber den Eltern vorgesehen. In einem Qur-ân Vers ist der Hinweis enthalten, dass der Abstand zwischen zwei Geburten mindestens zweieinhalb Jahre betragen sollte. Wir lesen:

Wir haben dem Menschen Güte gegen seine Eltern zur Pflicht gemacht. Seine Mutter trug ihn mit Schmerzen, und mit Schmerzen gebar sie ihn. Und ihn zu tragen und ihn zu entwöhnen erfordert dreißig Monate... (46:16)

Dass der zeitliche Abstand zwischen zwei Geburten 2 ½ Jahre betragen sollte, ist das natürliche Rezept für eine Familienplanung.

Beiläufig wird an dieser Qur-ân Stelle auch auf den Nutzen und die Notwendigkeit der Muttermilch für das Neugeborene und die mögliche Dauer der Stillung hingewiesen.

Zu einem Schwangerschaftsabbruch lässt es der Islam in erster Linie im Normalfall überhaupt nicht kommen, weil eine gewisse Familienplanung auch auf andere Art möglich ist. Wie bereits erwähnt, darf ein Schwangerschaftsabbruch vorgenommen werden, wenn feststeht, dass die Geburt für die Mutter den Tod bedeuten würde.

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Deutsche Übersetzung des Heilige Qur-âns