Häufig gestellte Fragen über Islam

Frage : Schlachtern in Islam ist gleich wie Tierquälerei ?

Antwort : Zunächst sei eines klargestellt. Die Tierwelt macht einen ständigen Kampf ums Leben durch, und bei diesem unaufhörlichen Kampf leiden die Tiere jeden Augenblick viel schwerer als durch jede Methode des Schlachtens. Zweitens stimmt die These von einem langsamen, qualvollen Tod des Tiers durch unsere Methode des Schlachtens überhaupt nicht. Die Handlung des Schlachtens bei dem Muslim besteht ja darin, mit einem scharfen Messer die Halsader sofort abzuschneiden, so dass das Blut augenblicklich zu fliessen beginnt. Sobald das Blut herausfliesst, wird die Versorgung des Gehirns - der Zentrale aller Empfindungen - mit dem Blut unterbunden. Was dem Beobachter als Leiden und Schmerzen erscheint, ist in Wirklichkeit kein Leiden, sondern es sind Reflexe, da das Tier in diesem Zustand längst nichts mehr empfindet. Durch den Unterbruch der Versorgung des Gehirns mit Blut hört auch jedes Leiden des Tiers auf, da es keine Empfindungen mehr gibt.

Bei der anderen Methode wird das Tier vor dem Schlachten durch Betäubung bewusstlos gemacht, wobei die Versorgung des Gehirns mit Blut auch in dem bewusstlosen Zustand aufrechterhalten bleibt. Möglicherweise sinkt die Schwelle des Schmerzes in eine andere Schicht, und der Außenstehende kann nicht wahrnehmen, was das Tier in diesem Zustand empfindet; es leidet weiterhin und empfindet Schmerz.

Es ist vorgekommen, dass der Arzt dem Patienten ein Betäubungs-mittel verabreicht, wonach der Patient keine Symptome der Unruhe zeigt. Nach der Auffassung des Arztes ist der Patient vollkommen beruhigt. Wenn zum Beispiel jemand unter Nierenschmerzen leidet, verabreicht man ihm ein Opiat als Beruhigungsmittel. Aber oft gibt es Fälle, wo die Patienten später von ihrem Erlebnis während des Zustandes der Halbbewusstlosigkeit erzählt haben, nämlich, dass sie selbst während der Betäubung unter qualvollen Schmerzen gelitten haben. In diesem Zustand konnten sie sich allerdings weder bewegen noch sich sonst irgendwie äußern. Wie können also die «Tierfreunde» wissen, dass das Tier unter dem Einfluss der Betäubung und im bewusstlosen Zustand nicht leidet? Das Bewusstsein ist nicht die einzige Schwelle, die für Leben oder Tod maßgebend ist. Es gibt noch tiefer liegende Schichten. Solange die Versorgung des Lebensbewusstseins mit Blut - d.h. der Energie - erhalten bleibt, existiert das Bewusstsein auf einer bestimmten Ebene und damit auch das Empfinden von Schmerz und Leiden. All dies dauert jedoch nur so kurz, dass Leiden und Schmerz in Anbetracht des tieferen Sinnes des Opfers eines niedrigen Lebewesens für ein höheres Lebewesen überhaupt nicht ins Gewicht fallen. Nach dieser Philosophie sollen die höheren Lebewesen nicht zugunsten eines niedrigen Lebewesens leiden. Das höhere Leben darf nicht dem niederen Leben geopfert werden.

Der Islam ist der Ansicht, dass es beim Schlachten eines Tiers wichtig ist, dass das Blut herausfliesst. Wenn aber, um das vermeintliche Leben - welches ohnehin von sehr kurzer Dauer ist - auszuschalten, das Blut nicht herausfliesst, sondern darinnen bleibt, leiden die Menschen - die höheren Lebewesen -, weil das Blut gesundheitsschädlich ist. Nimmt der Mensch mit dem Fleisch auch das Blut zu sich, wirkt sich dieses auf seine Gesundheit schlimmer aus als das Leiden des Tiers. Der Islam vergleicht zwei Werte und gibt den Bedürfnissen des höheren Lebewesens Vorrang über diejenigen des niedrigeren Lebewesens.

In diesem Zusammenhang tut ein Hinweis not. Mit dieser Frage wird indirekt behauptet, dass die nichtmuslimischen Menschen im Westen tierfreundlicher seien als die muslimischen Völker. Es ist aber Tatsache, dass die gleichen Menschen, die der Schmerz eines Tiers stark beunruhigt, einem sehr grossen Teil der Menschheit gegenüber grausam und unmenschlich handeln und ihnen unbeschreibliche Leiden zufügen. Sie tun dies bewusst, aber manchmal auch unbewusst. Dies, weil sie ein System befolgen, welches für den grösseren Teil der Menschheit Leiden zur Folge hat. Das grosse Elend in der Welt ist nicht zuletzt diesem selbstsüchtigen System zuzuschreiben.
 

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Deutsche Übersetzung des Heilige Qur-âns