Häufig gestellte Fragen über Islam

Frage :  Wie können Sie im Gegensatz zum Christentum behaupten das Jesus Tod ist ?

ANTWORT: Was die Berichte über die verschiedenen Geschehnisse in der Zeit um und nach der Kreuzigung betrifft, so ist die Tatsache zu berücksichtigen, dass diese Berichte sich in vielen Fällen nicht decken; manchmal widersprechen sie sich. Der Grund ist, dass die Jünger Jesu die Evangelisten - bei der Kreuzigung nicht anwesend waren. Die Evangelien wurden Jahrzehnte später aufgesetzt. Das erste Evangelium wurde, unterschiedlichen Berichten zufolge, um das Jahr 37 oder 38 - oder aber nach anderer Auffassung im Jahr 4l, 43, 48 oder gar 61/62 bzw. 64 nach Christus aufgezeichnet. Das zweite Evangelium soll irgendwann zwischen den Jahren 56 und 65, wahrscheinlich zwischen 60 und 63, niedergeschrieben worden sein; das dritte in den Jahren 53, 63 oder 64 und das vierte Evangelium schliesslich in den Jahren zwischen 68 und 70, vielleicht auch erst 97 oder 98 nach Christus. Nicht in allen Fällen können die Berichte

den Augenzeugen zugeschrieben werden. Aus diesem Grunde fehlt die Übereinstimmung u.a. bei den folgenden Punkten: die Geburt Jesu, die Taufe durch Johannes, die Ahnenlinie von Jesus, die Himmelfahrt usw.

Des weiteren ist die Tatsache in Betracht zu ziehen, dass die Lehrsätze des heutigen Christentums sich eher auf die Äusserungen von Paulus beziehen als auf die Lehre von Jesus Christus. Nun hatte Paulus Jesus nie getroffen, er war kein Jünger. Erst zu einem späteren Zeitpunkt hat er die christlichen Lehrsätze zu einer religiösen Lehre neu formuliert, ohne Rücksicht auf die ursprünglichen Aussagen Jesu. Ein Grundpfeiler dieser Lehre ist die Theorie der Erbsünde, nach welcher man auf die Suche nach einem Mittel zur Sündentilgung ging. Dann kam die Idee des Sühnopfers auf, was unweigerlich zum «Glauben» an den Kreuzestod führte.

Mit der Zeit entwickelte sich der Glaube an den Kreuzestod zu einem integrierenden Bestandteil des «christlichen» Glaubensguts (lies: Paulunismus). Dieser Lehrsatz wurde dem christlichen Volk mit solcher Nachhaltigkeit eingehämmert, dass der gewöhnliche Christ allmählich aufhörte, darüber nachzudenken und sich Fragen zu stellen. Die Sündentilgung auf diese Art steht den Aussagen von Jesus - Friede sei mit ihm -krass entgegengesetzt. Der Tod von jemandem, auch sei er nun der «Sohn Gottes», kann die Sünden eines anderen Menschen nicht tilgen, solange der Betreffende nicht durch aufrichtige Reue, Wiedergutmachung und Hinwendung zu Gott um die Sündenvergebung bittet. Gebet und Fasten sind dazu die wichtigsten Voraussetzungen. Ein äußerliches Erlebnis durch eine Drittperson wie der Kreuzestod kann das Innere eines anderen Menschen nicht verändern.

Dass Jesus Christus nicht am Kreuz starb und daran nicht sterben durfte, geht aus der Bibel hervor. Jesus hatte ja inbrünstig darum gebeten, ihm möge der Tod eines Verfluchten erspart bleiben. Sein Gebet wurde erhört. Seine Bitte an Gott hatte nur der Abwendung des Kreuzestodes gegolten, die Erhörung seines Gebets kann nichts anderes bedeuten, dass er vor dem Sterben am Kreuz gerettet wurde. Der Zusatz in seinen Gebetsworten «Dein Wille geschehe» kann nicht in dem Sinne gedeutet werden, dass Gottes Wille zwar darin bestand, Jesus am Kreuz sterben zu lassen, aber dass Er trotzdem die Gebetsworte erhörte: Dieser Kelch gehe an ihm vorüber.

 

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Deutsche Übersetzung des Heilige Qur-âns