Häufig gestellte Fragen über Islam

Frage : Was ist nicht eine "Islamische" Regierung ?

Antwort : Der Begriff «islamische Regierung» kommt in der Terminologie des Islams nicht vor. Er ist eine zurechtgebogene Erfindung jener, die damit ihre unislamischen Handlungen tarnen wollen. Die obige Frage sei wie folgt beantwortet:

Eine Regierung gilt nicht als eine auf den Grundsätzen des Islams basierende Regierung:

1. Wenn sie jedem Bürger, gleich welchen Glaubensbekenntnisses, nicht volle und uneingeschränkte Bürgerrechte gewährt und dadurch in der Praxis Bürger zweiter Klasse schafft.

2. Wenn sie unter den Bürgern eine auch nur subtile Diskriminierung schafft, fördert oder duldet, und zwar in jedem Bereich der Menschenrechte.

3. Wenn sie versucht, im Staat Maßnahmen im Sinne der so genannten «Islamisierung» einzuführen, welche nach ihrem eigenen, subjektiven Gutdünken «islamisch» sind, in Wirklichkeit aber das Gegenteil davon sind, weil ihnen das erforderliche Umfeld fehlt.

4. Wenn sie versucht, das «islamische» Strafrecht - an sich entschieden besser als jedes andere Strafrecht - blindlings einzuführen, ohne dass die dafür unerlässlichen und als integrierender Bestandteil zu bezeichnenden Voraussetzungen da sind. (Das islamische Gesellschaftssystem ist ein Ganzes, und es kann nicht und darf nicht in Teilen eingeführt werden.)

5. Wenn sie nicht jedem Bürger die volle Freiheit des Glaubens und des Gewissens gewährt, sondern durch die Hintertüre die Strömungen unterstützt, welche den Minderheiten die Religion der Mehrheit aufzwingen wollen - und dies nicht nur in der Theorie, sondern auch in überprüfbarer Praxis.

6. Wenn sie den Andersgläubigen vorschreibt, an was sie glauben dürfen und an was nicht - also sich in ihre Glaubenssachen einmischt oder Urteile über ihre Glaubenszugehörigkeit fällt. (Die Regierung muss das Selbstverständnis anderer religiöser Gemeinschaften genauso anerkennen, wie sie es selbst tun.)

7. Wenn sie den Staatsapparat nicht dafür einsetzt, jedem Bürger in voller Freiheit die Ausübung seines Glaubens zu gewährleisten.

8. Wenn sie Menschen ohne Grundangabe verhaftet, die Untersuchung verschleppt, die Häftlinge foltert, ihnen keinen richtigen

Rechtsschutz gewährt und drakonische Strafen verhängt.

9. Wenn sie zu falschen Zeugnisaussagen anstiftet und durch Drohungen und Repressionen den Ablauf der Gerichtsverhandlungen und der Rechtspflege zu ihren Gunsten beeinflusst, Wahlen manipuliert, die Opposition unterdrückt und herrschaftssüchtig ist. (Nach einem Spruch des Heiligen Propheten Mohammad hat der Machthaber dem Volk zu dienen und nicht die Selbstverherrlichung zu suchen.)

10. Wenn sie nicht alles unternimmt, Frieden und Ruhe zu erhalten und zu fördern und jedem von Not befallenen Volk, ohne Rücksicht auf die ideologischen Differenzen, zu Hilfe zu eilen und sich auf diese Weise als die erste Hüterin des Friedens und die Förderin der Menschenrechte zu erweisen.

 

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Deutsche Übersetzung des Heilige Qur-âns