Häufig gestellte Fragen über Islam

Frage : Was ist  Qur-ân und wie ist er entstanden ?

ANTWORT: Die Heilige Schrift des Islams, Qur-ân, ist die Sammlung der Offenbarungen Gottes, die der Prophet Mohammad während 23Jahren seiner Sendung in Mekka und Medina Wort für Wort und Stück für Stück empfing und jeweils diktieren liess. Das Buch besteht aus 114 Suren und 6348 Versen. Die Suren weisen verschiedene Längen auf, die längste, Al-Baqarah, besteht aus 287, die kürzeste, Al-Kauthar, aus vier Versen. Die Anordnung der Verse und Suren des Qur-âns war bei der Offenbarung anders als in der Buchform; es wurde aber dem Propheten bei jedem offenbarten Stück mitgeteilt, zu welcher Sura und zwischen welche Stellen das neue Stück gehöre. Der Qur-ân hat demzufolge zwei Anordnungen: die Anordnung, nach welcher er offenbart wurde, und die Rücksicht auf die gegebenen Bedürfnisse der Zeit nahm, und die zweite Anordnung, die als Buch für ewig und immer festgelegt wurde, beide sind von Gott und frei von Menschenhand.

Der Muslim glaubt, dass Gott durch den Qur-ân zu den Menschen gesprochen hat. Dieser Umstand hebt den Qur-ân von allen anderen religiösen Schriften ab, wird doch von keiner anderen Schrift behauptet, sie sei in der jetzigen Form Wort für Wort von Gott einem Menschen offenbart worden. Selbst wenn die Nichtmuslime den offenbarten Charakter des Qur-âns nicht annehmen können, sind sie doch einig darüber, dass der Qur-ân nicht ein Werk von vielen Autoren darstellt, die ihre Weltanschauung darin vertreten hätten.

Der Text des Qur-âns ist bis zum heutigen Tag von jeglicher Änderung und Einmischung verschont und unangetastet geblieben. Es gibt nur einen einzigen Text des Qur-âns für die ganze muslimische Welt, sei sie auch in so viele Sekten und Richtungen gespalten. Aber der Text des Qur-âns ist für alle unumstritten der gleiche. Sir William Muir schreibt: «Wir dürfen, auf die stärksten Beweise hin, feststellen, dass jeder Spruch des Qur-âns die echte, unverfälschte Fassung von Mohammad selbst ist... Es besteht andererseits jede Gewähr, innerlich und äusserlich, dass wir den Text besitzen, den Mohammad selbst ausgab und gebrauchte.»

Qur-ân heisst: was gelesen wird, und der Name des Buches ist ein Bestandteil der Offenbarung selbst. In diesem Namen ist der Hinweis enthalten, dass dieses Buch immer wieder gelesen wird. Tatsächlich handelt es sich beim Qur-ân um das meistgelesene Buch der Welt.

Die Sprache und der Stil des Qur-âns sind einzigartig, und Gelehrte aus verschiedenen Glaubensrichtungen haben der Sprache und dem Stil des Qur-âns ihre Verehrung gezollt. Man sagt, dass allein die Sprache des Qur-âns seinen Ursprung auf Gott zurückverfolgen lässt, denn solch literarisches Werk ist noch nie aus der Feder eines Menschen gestammt. Ein christlicher Orientalist, Prof. Dr. A.J. Arberry, schreibt in seiner Übersetzung des Qur-âns:

«Sein Einfluss auf den Lauf der Geschichte ist offensichtlich unermesslich gross gewesen und wird in Zukunft ebenso unermesslich gross sein. Der Qur-ân bildete die erste Inspiration einer religiösen Bewegung, die eine weit verbreitete Zivilisation von grosser Macht und tiefgründiger Gültigkeit einleitete. Die Literatur und die schönen Künste aller muslimischen Völker entspringen diesem Quellbrunn: In den majestätisch fliessenden Strom münden hier und dort die Nebenflüsse von den benachbarten Zivilisationen; aber es bleibt bis zu diesem Tage der gleiche Strom, der vor 13V2 Jahrhunderten in den trockenen Landen Arabiens sprudelte... (Dieses Buch) gehört zu den grössten Mahnmälern der Menschheit. Bestimmt verdient es - und fordert -, in den weitesten Kreisen des Westens bekannt zu werden und auf Verständnis zu stossen.
 

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Deutsche Übersetzung des Heilige Qur-âns