Häufig gestellte Fragen über Islam

Frage : Wie lautet das Glaubensbekenntnis eines Muslim ?

ANTWORT: Das Glaubensbekenntnis des Muslims fasst dessen ganze Lehre zusammen:

La ilaha il-lallah Mohammad ur rasul ullah.

Niemand ist anbetungswürdig ausser Allah, und Mohammad ist der Gesandte Allahs.

 

So einfach die Worte auch lauten, sind sie bedeutungsträchtig. Das Bekenntnis macht zwei Feststellungen, eine negative und eine positive. Sein erster Teil spricht jedem Wesen ausser Gott die Göttlichkeit ab und stellt damit fest, dass nur einem Wesen im Universum die Ehre gebührt, angebetet zu werden: Gott. Alles andere ist nur Kreatur Gottes, Seine Schöpfung; es kann nicht mit Ihm verglichen, kann Ihm nicht gleichgesetzt werden. Die zweite, positive Aussage des Glaubensbekenntnisses bezeichnet Mohammad als den Propheten Gottes. Nichts weiter. Mohammad ist ein Mensch wie wir, ohne göttliche Attribute. Sein erhabenes Amt besteht darin, ein Diener Gottes zu sein und als Mensch den Menschen ein Beispiel zu geben. Ein Prophet kann sich als «der Weg, die Wahrheit, das Licht» bezeichnen - ein Prophet, der von Gott kommt, muss das sogar tun -, aber das heisst nicht, dass er damit seine Person besonders auszeichnen will. Sein Bestreben ist, den Menschen das Licht zu geben, mit dem sie den Weg zur Wahrheit und zu Gott finden können. Mohammad als Prophet bleibt selbst ein Mensch, und ein Muslim würde ihn eher beleidigen, wollte er ihm übermenschliche, göttliche Attribute zuschreiben. Der Islam ist in dieser Hinsicht eindeutig, Mohammad wird geehrt, aber Gott wird angebetet. Da gibt es keine verbogene Mentalität, die das Licht mit dem Abglanz verwechselt, den es hervorgerufen hat.

Der Islam übersieht nicht die Notwendigkeit, dem Beispiel des Propheten zu folgen. Nicht umsonst weist sein Leben eine Fülle von Erlebnissen auf, und nicht umsonst musste er die verschiedensten Geschicke des Lebens durchstehen. Die Lehre wäre Theorie geblieben ohne das Vorbild ihres Trägers und Überbringers.

Der Prophet war in Bezug auf die absolute Einheit Gottes sehr eifersüchtig. Am Todestage seines Sohnes Ibrahim ereignete sich eine Sonnenfinsternis. Ein Zufall, aber einige Leute wollten dies als die Anteilnahme des Himmels an der Trauer bezeichnen. Als der Prophet davon Kenntnis nahm, versammelte er die Leute und erklärte: «Die Sonnen- und Mondfinsternisse sind Naturphänomene, die ihre eigenen Gesetze befolgen. Sie haben mit Tod oder Geburt eines Menschen nichts zu tun.»

Unmittelbar vor seinem Tode sprach der Prophet auf seinem Krankenbett: «Wehe denen, die die Gräber ihrer Propheten zu Kultstätten gemacht haben!» Vielmehr soll der Besuch der Gräber hervorragender Persönlichkeiten dazu benützt werden, zu Gott für sich und für die Verstorbenen zu beten.

Als der Prophet starb, wollte eine Gruppe von Leuten, von tiefer Trauer ergriffen, nicht an seinen Tod glauben. Er sei nur nach dem Himmel gegangen, um wieder zurückzukehren. Es war dem ersten Nachfolger des Propheten, Abu Bakr, gegönnt, die historischen Worte zu äussern: «Wer Mohammad anbetete, der wisse, dass er gestorben ist; wer aber Gott anbetete, der wisse, dass Er lebt und nicht stirbt.»
 

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Deutsche Übersetzung des Heilige Qur-âns